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Ein kolossales Jahrhundert-Bauwerk…

12. Januar 2018
Ein kolossales Jahrhundert-Bauwerk... :-) Zu Kaisers Zeiten wurde mit dem Bau der Diemeltalsperre in Helminghausen begonnen. Die Anlage wurde im Marsberger Ortsteil allerdings - weltkriegsbedingt - erst in den 1920er Jahren fertiggestellt. Herzlichen Dank an Sabine Bunse, die Foto-Biene, für dieses tolle Bildnis der Staumauer mit dem Kraftwerk! :-) #Marsberg #Diemelsee #Helminghausen #Heringhausen #Stormbruch #Kolossal #Jahrhundert #Bauwerk #JahrhundertBauwerk #KaisersZeiten #Bau #Diemel #Diemeltalsperre #Anlage #Marsberger #Ortsteil #Weltkrieg #1920 #SabineBunse #FotoBiene #Bildnis #Staumauer #Kraftwerk #Naturpark #NaturparkDiemelsee #Sauerland #Waldeck #WaldeckerLand #UnserMarsberg
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„Marsberg wird modern

18. November 2017
„Marsberg wird modern!“, heißt es im Jahr 1884 Aufzeichnungen von Prof. Dr. Kuhlmann sind Marsbergs Fundstück des Monats Niedermarsberg / Obermarsberg. Interessante Publikationen und erstaunliche Werke haben die Niedermarsberger Heimatfreunde in den letzten Jahrzehnten gesammelt. Aus dieser Sammlung sticht hier besonders ein antiquiertes Mäppchen hervor. Die handschriftlichen Aufzeichnungen von Prof. Dr. Kuhlmann, der sich um die Marsberger Geschichte vielfältig verdient gemacht hat, sind ein wahrer Schatz. Diese Geschichtszeugnisse bilden eine Chronik als Rückblick auf Kaisers Zeiten in Marsberg in den 1880er und 1890er Jahren und befinden sich im Original im Museum „Haus Böttcher – Marsbergs Haus der Geschichte aus 1589“. Sie wurden nun vom Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ zum Fundstück des Monats November 2017 prämiert. Ganz besonders findet das Jahr 1884 Erwähnung in den Kuhlmann´schen Aufzeichnungen. Es galt in Marsberg eine Aufbruchstimmung – die Industrialisierung einer neuen Epoche schritt voran. Unter der Überschrift „Marsberg wird modern!“ schreibt Kuhlmann über die erste Eisenbahn im Diemeltal, die Wasserleitung und das Schlachthaus. Diese Neuerungen waren „von weittragender Bedeutung“, die damals „dank der energischen Förderung einiger maßgeblicher Männer eingeführt wurden trotz des anfänglichen Widerstandes weiter Volkskreise“. Ferner hält Kuhlmann fest: „Was heute schon eine Selbstverständlichkeit ist, war vormals alles andere als willkommen. Als die erste Eisenbahn fuhr, haben die meisten Leute unverständlich die Köpfe geschüttelt.“ Alle die mit dem „Dampfross“ fuhren, wurden als verrückt erklärt. Beispielsweise liegen die Bahnschienen im „Obermarsberger Territorium unterhalb des sog. Königsbrunnes“ in einer starken Kurve. Hier musste nach Meinung des damaligen hiesigen Arztes Dr. Proß und anderer „der Zug beim Durchfahren krambulieren“. Dann würde es „ein großes Unglück“ geben. Dr. Proß fühlte sich verpflichtet, als Lebensretter dann zur Stelle zu sein. Pflichtgemäß erwartete er mit seinem „Pflasterkasten am Ufer sitzend den allerersten Zug, sprungbereit zur ersten Hilfeleistung. Als dann aber der Zug schlankweg, ohne umzufallen, durchfuhr, gab es bei Dr. Proß und seiner Begleitung lange Gesichter. Das ging nicht mit rechten Dingen zu!“ Sein Begleiter, der damals häufig dienstlich nach Brilon fahren musste, hat nie die Eisenbahn benutzt, das war nach seiner Meinung „Schwindel der Neuzeit, mit dem er nichts zu tun haben wollte.“ Er benutzte tatsächlich nur den „alten Kutschwagen“. Bis zum Jahr 1884 hatte das Diemeltal durch die Eröffnung der Ruhrtalbahn im Jahre 1872 „den ersten Hauch einer schnell fortschreitenden, fast überhasteten Zivilisation verspürt.“ „Das Diemelland verfiel allmählich wieder in seinen ruhigen, beschaulichen Dornröschenschlaf.“ Ab 1884 gab es „eine neue Sturm- und Drangperiode“. „Das Stadtoberhaupt den Ehrenamtmann Dr. Rentzing, ein Mann, der seiner Zeit vorauseilte durch seine fortschrittlichen und auf weite Sicht abgestellten Pläne“, initiierte durch den damaligen Direktor der Stadtberger Hütte, Kleffner, und mit Beschluss der Stadtvertretung und –verwaltung den Bau einer Wasserleitung. „Doch wie die Kletten an den Kleidern, so hingen die meisten Bürger an ihren ererbten Lebensgewohnheiten und Einrichtungen. Bürger und Bauern klebten am Alten mit einem bewundernswerten Beharrlichkeitsvermögen, sie wollten von solch einer Neuerung nichts wissen, wie dies zweifelsohne die Wasserleitung gegenüber dem bisherigen System der Wasserversorgung durch Brunnen darstellt. Bis dahin hatten die Stadtviertel oder auch die einzelnen Hauseigentümer eigene Ziehbrunnen, und das Wasser kostete den Bürgern und Bauern nicht viel, wenn man von den von Zeit zu Zeit notwendigen und kostspieligen Brunnenreparaturen absieht“. Gegen „diesen Kulturfortschritt schritten die Einwohner Niedermarsbergs mit hartem Widerstand voran“. „Die rechnenden Bürger“ dachten in erster Linie an die hohen Kosten der Wasserleitung für die Stadt und die damit für jeden einzelnen Anschluss verbundenen Gebühren sowie „allgemeine Erhöhung der Steuerlasten“. Der größte Widerstand kam allerdings aus „dem Stadtvorstande daselbst“. Ein Mitglied formulierte „eine Protestschrift gegen den Bau der Wasserleitung an die Regierung, trug diese von Haus zu Haus und sammelte Unterschriften zum größten Gaudium der Oberstädter, die den Segen einer Wasserleitung bereits einsahen, da sie die Last des Fehlens einer solchen am eigenen Leibe empfanden.“ Originalwortlaut: „Nur „Millionöhrenweiber“ konnten nach Ansicht dieses Stadtverordneten das Wasser, das unser Herrgott den Menschen umsonst gibt, bezahlen.“ Doch trotz Widerstands wurde gebaut. Das erste Wasserreservoir wurde in der Oesterstraße in der „Failbecke“ unweit des damals letzten „David-Müller´schen Hauses“ unterhalb eines Quells oder „Springes“ errichtet. Durch die Straßen wurden nun Gräben geworfen und Rohre verlegt. „Noch nach der Fertigstellung der Wasserleitung leistete mancher ´passiven` Widerstand, indem er bei Nacht und Nebel das Wasser aus seinem Brunnen zog, obschon der Brunnen als seucheverdächtig und bakterienhaltig amtlich bereits geschlossen war.“ Unter der Regie von Dr. Rentzing entstand auch eine nötige öffentliche „Desinfektionsanstalt“ auf dem Platz des Spritzenhauses. Große Aufregung herrschte auch über die Pläne eines städtischen Schlachthauses. Metzger und Bauern wollten davon nichts wissen und versuchten „zu sabotieren“. Nach Fertigstellung des Schlachthofes an der Westheimer Straße wurde durch Ortsstatut bestimmt, „daß jeder Einwohner verpflichtet sei, jedes zu schlachtende Tier dem städtischen Schlachthof zuzuführen.“ „Am 02. Januar sollte der Schlachthofzwang in Kraft treten. Neujahr trat heran und das Motto war: „Wie dauen´t nitt!“ Der Hausmetzger wurde vielerorts am Neujahrsabend um 11 Uhr bestellt, das Hausschwein zu töten.“ Das sollte zu solch ungewöhnlicher Zeit deswegen geschehen, um einmal den Neujahrstag nicht allzu sehr zu entheiligen und zum Zweiten der neuen Verordnung „ein Schnippchen“ zu schlagen. Doch der Niedermarsberger amtliche Nachtwächter „F. K.“ war aufmerksam und registrierte am Abend alle stattgefundenen „Notschlachtungen“. Er klopfte von Haus zu Haus an und verwies darauf, dass „die Tiere auch gut ausbluten“ müssten und ließ sich allen Ortens einen Schnaps „als Schweigegeld“ einschenken. Erst am nächsten Tag, so die Aufzeichnungen, „schrieb er ein Strafmandat über 3 Mark wegen des Verstoßes gegen die Polizeiverordnung“. Auch in der Familie Kuhlmann war das so. „Wir waren mindestens um 1 ½ Mark ärmer“, so Kuhlmann, denn die Schlachthofgebühren kosteten zu jener Zeit für ein Schwein nur 1,50 Mark. Fortan bevorzugten alle den Schlachthof. Nähere Informationen zum Fundstück des Monats finden Sie unter: www.Marsberger-Geschichte.de Fotos im Anhang: 01 „Photographie nach der Natur“ von F. Albert Schwartz, Friedrichstraße 115, Berlin – Das Foto zeigt die Diemelbrücke am Hammerberg. „Der 1. Zug befährt die Brücke nach der Einweihung in 1873“. Erbauer dieser Brücke war Johann Bartholmé aus Obermarsberg. 02 Die Aufnahme, die auch als Ansichtskarte gelaufen ist, zeigt die Partie an der Eisenbahn. Links oben sind die ersten Häuser des Bülbergs von Niedermarsberg zu sehen. Das Bildnis ist aus der Zeit um 1910. 03 Das Bildnis zeigt die damalige Stadt Niedermarsberg um 1915. Im Vordergrund ist der Schlachthof von Niedermarsberg zu sehen, auf dem linken Berg der Bilsteinturm, rechts auf dem Berg Obermarsberg mit der Stiftskirche. 04 Die Aufnahme bildet den Schweinehirten Kipphardt auf dem Felde des Klostergutes in Bredelar ab. Das Foto ist aus 1947. #Marsberg #Niedermarsberg #Obermarsberg #Moderne #1884 #Aufzeichnungen #Professor #Kuhlmann #Fundstueck #FundstueckdesMonats #MarsbergsFundstueckdesMonats #Publikationen #Werke #Niedermarsberger #Heimatfreunde #Sammlung #Maeppchen #MarsbergerGeschichte #Geschichtszeugnisse #Chronik #KaisersZeiten #1880 #1890 #Museum #HausBoettcher #MuseumHausBoettcher #HausderGeschichte #MarsbergsHausderGeschichte #Geschichtsverein #Heimatverein #MarsbergerGeschichten #Industrialisierung #Eisenbahn #Diemeltal #Wasserleitung #Schlachthaus #Bahn #Bahngeschichte #Dampfross #Bahnschienen #Koenigsbrunnen #Arzt #Pross #Brilon #Ruhrtalbahn #1872 #Diemelland #Stadtoberhaupt #Ehrenamtmann #Rentzing #Direktor #StadtbergerHuette #Kleffner #Stadtvertretung #Stadtverwaltung #Wasserversorgung #Brunnen #Ziehbrunnen #Stadtviertel #Hauseigentuemer #Wasser #Buerger #Bauern #Kulturfortschritt #Steuerlast #Stadtvorstand #Protestschrift #Regierung #Gaudium #Oberstaedter #Stadtverordnete #Herrgott #Wasserreservoir #Oesterstrasse #Failbecke #DavidMueller #Quell #Spring #Graeben #Rohre #Desinfektionsanstalt #Spritzenhaus #Metzger #Schlachthof #WestheimerStrasse #Ortsstatut #Einwohner #Schlachthofzwang #Neujahr #Hausmetzger #Neujahrsabend #Hausschwein #Neujahrstag #Verordnung #Nachtwaechter #Notschlachtungen #Schnaps #Schweigegeld #Strafmandat #Verstoss #Polizeiverordnung #Schlachthofgebuehren #Schwein #AlbertSchwartz #Diemelbruecke #Hammerberg #Einweihung #1873 #JohannBartholme #Buelberg #1910 #1915 #Bilsteinturm #Stiftskirche #Schweinehirt #Kipphardt #Klostergut #Bredelar #1947 #UnserMarsberg
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Alte Ansichten und Impressionen bilden den …

10. November 2017
Alte Ansichten und Impressionen bilden den Marsberger Nostalgie-Kalender 2018 Niedermarsberg / Obermarsberg. Erst jüngst erhielt der Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ zahlreiche historische Fotos und Ansichten aus vergangenen Zeiten geschenkt. Aus dieser unikaten Sammlung haben die „Marsberger Geschichten“ nun eine besondere Auswahl getroffen und diese zu einem Nostalgie-Kalender für das Jahr 2018 zusammengestellt. Der mit Panorama-Ansichten bespickte Kalender trägt den Namen: „Nieder- und Obermarsberg – Ein Bildkalender mit historischen Ansichten für das Jahr 2018“. Absolute Raritäten sind Ansichten aus Kaisers Zeiten um das Jahr 1910 und manche stammen sogar aus vorherigen Jahrzehnten. Die antiquierten Panorama-Fotos der einzelnen Kalenderblätter blicken beispielsweise auf den ehemaligen Niedermarsberger Schlachthof, die Bahnhofstraße, die Trift, die Kupferhütten-Werke und den Bergbau, die LWL-Klinik, den Bilstein, den „Grünen Weg“, die Halden am Jittenberg oder die Oesterstraße. In Obermarsberg zeigen die unveröffentlichten Impressionen historische Bildnisse und ganz neue Sichtweisen auf die Nikolaikirche, ins Lebensmittelgeschäft Bartholmé, zum Bau der Schützenhalle, in die Mönchhof- und Pagenstraße, den Stiftsbezirk oder die Eresburgstraße. Saisonale Portraitaufnahmen aus nichtalltäglichen Blickwinkeln lassen den Betrachter in Zeiten von anno dazumal schwelgen. Wollte man diese Blickwinkel heute nachstellen, so wäre dieses aufgrund städtebaulicher oder landschaftlicher Veränderungen in der Folgezeit und in den Folgejahrzehnten der jeweiligen Aufnahme schon längst nicht mehr möglich. Abgerundet wird der Kalender mit ein paar tollen, musealen Fernaufnahmen auf beide ehemalige Städte. Den Marsberger Nostalgie-Kalender 2018 mit alten Qualitäts-Fotos und Ansichten gibt es im praktischen DIN-A4-Quer-Hänge-Format. Er kostet lediglich 13 Euro und ist ab sofort in den Buchhandlungen Podszun in Marsberg (Tel. 02992-4505) oder Flemming in Marsberg (Tel. 02992-903671) und der Tankstelle Bunse (Tel. 02992-97050) vorrätig. Zusätzlich kann der Nostalgie-Kalender beim Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ (Tel. 02992-1465) erworben werden. Für Marsberger Geschichts- und Heimatfreunde, die außerhalb Marsbergs wohnen, besteht die Möglichkeit, dass der Kalender nach erfolgter Bestellung unter www.Marsberger-Geschichte.de zzgl. Portokosten versandt wird. Fotos im Anhang: 01 Das Deckblatt des neuen Nostalgie-Kalenders mit historischen Fotos zu Niedermarsberg und Obermarsberg für das Jahr 2018. 02 Das Foto bildet das Café Metten (links) in der Bahnhofstraße in Niedermarsberg ab. Am Ende der Straße ist der Marsberger Bahnhof zu sehen. Die Aufnahme entstand um 1940. Im „Café Metten“ befindet sich heute „Bei Burhan – Döner und Pizza“. 03 Im Lebensmittelgeschäft Bartholmé in der Pagenstraße Obermarsberg – Dieses Foto wurde ca. 1950 aufgenommen. #Marsberg #Niedermarsberg #Obermarsberg #Ansichten #AlteAnsichten #Impression #Impressionen #Marsberger #Nostalgie #Kalender #NostalgieKalender #MarsbergerNostalgieKalender #2018 #Geschichtsverein #Heimatverein #MarsbergerGeschichte #MarsbergerGeschichten #Fotos #VergangeneZeiten #Sammlung #PanoramaAnsichten #Bildkalender #Historisch #KaisersZeiten #1910 #Antik #Kalenderblätter #Niedermarsberger #Schlachthof #Bahnhofstrasse #Trift #KupferhuettenWerke #Bergbau #LWL #LWLKlinik #Bilstein #GruenerWeg #Halden #Jittenberg #Oesterstrasse #Bildnisse #Nikolaikirche #Lebensmittelgeschaeft #Bartholme #Bau #Schuetzenhalle #Moenchhofstrasse #Pagenstrasse #Stiftsbezirk #Eresburgstrasse #Blickwinkel #AlteZeiten #Annodazumal #Fernaufnahmen #Buchhandlungen #Podszun #Flemming #Tankstelle #Bunse #Geschichtsfreunde #Heimatfreunde #Deckblatt #Cafe #Metten #Bahnhof #MarsbergerBahnhof #1940 #Burhan #BeiBurhan #Doener #Pizza #1950 #UnserMarsberg
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Die monumentale Staumauer

21. September 2017
Die monumentale Staumauer... ...des Diemelsees ist ein Baudenkmal aus Kaisers-Zeiten. :-) Bedingt durch den I. Weltkrieg wurde sie aber erst in den 1920er Jahren fertiggestellt. Herzlichen Dank an die Padberger Hobby-Fotografin Vera Laake für dieses beeindruckende Bildnis der Talsperre samt dem Kraftwerk und dem Ausgleichsweiher. :-) #Marsberg #Helminghausen #Diemelsee #Heringhausen #Stormbruch #Naturpark #NaturparkDiemelsee #Monument #Staumauer #Baudenkmal #KaisersZeiten #Weltkrieg #WKI #1920erJahre #Padberg #HobbyFotografin #VeraLaake #Talsperre #Kraftwerk #Ausgleichsweiher #UnserMarsberg
Wasser marsch

3. Mai 2017
Wasser marsch... ...heisst es am Diemelsee am Kraftwerk von Uniper. :-) Dieses tolle Bild ist von Daniela Stera von steraphoto. Herzlichen Dank hierfür! Im Hintergrund befindet sich die Staumauer des Diemelsees: Ein monumentales Werk aus Kaisers Zeiten. Die Talsperrenmauer ist das längste Baudenkmal in der Stadt Marsberg. #Marsberg #Diemelsee #Helminghausen #Heringhausen #Stormbruch #Naturpark #NaturparkDiemelsee #Wasser #Kraftwerk #Uniper #DanielaStera #Steraphoto #Staumauer #Monument #MonumentalesWerk #KaiserZeit #KaisersZeiten #Talsperre #Talsperrenmauer #Baudenkmal #StadtMarsberg #UnserMarsberg
„Wer hat an der Uhr gedreht…“ …

26. März 2017
„Wer hat an der Uhr gedreht…“ Ferdinand Scholand sorgt für die zeitliche Umstellung Oesdorf. Am letzten Sonntag im März werden unsere Uhren und Zeitmesser von der Winterzeit, der Normalzeit, auf die Sommerzeit umgestellt. Dabei werden um 2 Uhr in der Nacht die Zeiger eine Stunde vorgedreht. Das bedeutet, die Nacht ist eine Stunde kürzer und der Tag eine Stunde länger. Für die richtige Uhrzeit im Marsberger Ortsteil Oesdorf sorgt seit dem Jahr 2002 der 71-jährige Ferdinand Scholand. Vor ihm hatte dieses Ehrenamt seit den 1960er Jahren der ehemalige Gemeindediener Aloys Wiegers ausgeübt, weiß Scholand im Gespräch mit dem Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ zu erzählen. Ferdinand Scholand half ihm bereits etliche Jahre, sodass es schon fast auf der Hand lag, dass er einmal sein Nachfolger werden würde. Mit einem überdimensionalen Schraubenschlüssel bewappnet macht er sich zweimal im Jahr auf den Weg in den Kirchturm der 1892 erbauten und mit besonderem Inventar aus der Larenz-Werkstatt und dem Dalheimer Kloster ausgestatteten St. Johannes Baptist Kirche in seinem Heimatort Oesdorf, um das Ziffernblatt manuell von Hand umzustellen. Eine Stunde geht es diesmal nach vorne. Für die Winterzeit hat er es einfacher. Dann braucht er im Herbst das Ganze nur anhalten und kann eine Stunde warten. Auch das Aufziehen der Kirchturmuhr erledigt Scholand einmal wöchentlich. Dann hat er erstmal wieder 8 Tage Ruhe und die Oesdorfer eine genaue Zeit. Auf dem Weg zur Kirche berichtet Scholand, dass in früheren Zeiten dieser Job von der Gemeinde mit 60 DM jährlich honoriert wurde. Er erinnert sich auch, dass sein Vorgänger immer um 18 Uhr die Uhr aufzog und sie nach seiner Taschenuhr feinjustiert hatte. Im Kirchturm öffnet er knarrend eine dickwandige Tür. Eine schmale, dunkle Stiege macht sich auf. Nach der 46 Treppenstufen umfassenden Klettertour auf den Turm findet man ein mit unzähligen Zahnrädern, Lagern und Rädchen bestücktes Laufwerk der Uhr. Das Baujahr des Werkes der Turmuhrenfabrik von J. F. Weule aus Bockenem im Ambergau ist auf das Jahr 1914 datiert. – Deutsche Wertarbeit! Von Hand mit einer Kurbel kann sie aufgezogen werden. Ratternd setzt sich daraufhin der Seilzug in Bewegung, der die über zwei Zentner schweren Gewichte des Schlagwerks wieder in die richtige Höhe transportiert. Genau 165 Umdrehungen braucht man, um die gewaltigen Lasten wieder in die Ausgangsposition zu bringen. Das ist 10 Minuten Schwerstarbeit. Die Gewichte des Laufwerks sind leichter. Falls die Uhr mal zu schnell läuft, wird der „Pulsschlag“ einfach gestoppt. Die tickernde und surrende Mechanik schweigt dann erstmal. In der Zwischenzeit wird das Gewicht des Pendels etwas nach unten gerückt. Physikalische Erklärung: Der Weg, den das Gewicht zurücklegen muss, wird dadurch länger, also läuft die Uhr auch langsamer. Danach wird die Maschine mit einem Klacken wieder zu neuem Leben erweckt. Der Wandel der Jahreszeiten geht nicht spurlos an der alten, sensiblen Uhr aus Kaisers-Zeiten vorbei. Im Winter ist sie meistens etwas zu spät dran, während sie im Sommer es immer ein wenig zu eilig hat. Rund 1-2 Minuten holt sie dann an Vorsprung heraus. Dann muss nachgeregelt werden. Heutzutage ist allerdings nur noch ein Gewicht in Benutzung. Die gesamte Mechanik wird gewartet von der Fachfirma Petit & Gebr. Edelbrock aus der „Glockenhochburg“ Gescher. Kleinere Reparaturen übernimmt Ferdinand Scholand selbst. Er weiß auch vieles über die Geschichte der Turmuhr zu erzählen. 2006 wurde zur Siedlung „Grüne Aue“ hin endlich ein Ziffernblatt für diese auf der anderen Kirchturmseite wohnenden Bürger Oesdorfs angebracht, sodass auch sie eine genaue Zeit vor Augen haben. Sicherlich sind ihm und seinem Vorgänger im Zusammenhang mit der Zeitumstellung und dem Aufziehen der Turmuhr kleinere Fauxpas passiert. Ortschronistin Magdalene Breidenbach erinnert sich auch an eine Beerdigung im Ort, wo die Uhr schwieg. Da rief Schopohls Jupp an: „Die Uhr steht, gleich ist Beerdigung!“ Scholand vergaß auch mal den Zeitmesser für den Ort rechtzeitig aufzuziehen. Da folgte sofort frühmorgens erschrocken der Hinweis der Kirchenküsterin und er eilte praktisch auf Pantoffeln in seine Kirche, um Hand anzulegen. Damit bei dieser Zeitumstellung alles glatt läuft, geht er schon abends an sein Werk und sorgt für den richtigen Glockenschlag, um sich den „Nachtgang“ zu sparen. Auch für die Zukunft ist er gerüstet. Vor einiger Zeit hat der rüstige Rentner Scholand eine unikate Maschine entwickelt, die ihn auch für die kommenden Jahre jung hält. Er funktionierte einen alten Getriebemotor von einem Förderband um. Das mit einem Vierkant ausgestattet Konstrukt kurbelt auf Knopfdruck ab sofort die zenterschweren Gewichte in die Höhe. Technik die begeistert: Die alte Mechanik aus dem Jahr 1914 wurde somit auf einen Schlag zukunftsfähig für das 21. Jahrhundert. Fotos im Anhang: 01 „Wer hat an der Uhr gedreht…“ – Die Oesdorfer Kirchturmuhr wird von Ferdinand Scholand von Hand zeitlich umgestellt. Foto: Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V. 02 Ferdinand Scholand macht sich auf den Weg zur Oesdorfer Kirche… Foto: Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. 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