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Kameradschaftlich ging es mit den Lillerois zur …

29. April 2017
Kameradschaftlich ging es mit den Lillerois zur Sache Ehemaliger Brandmeister Adolf Bieker erinnert an die Feuerwehr-Austausche Marsberg. Sie brennen leidenschaftlich für ihre Städtepartnerschaft! Marsberger und Lillerois blicken in diesem Jahr auf das gemeinsame goldene Jubiläum ihrer Städte. Was 1967 erst in Lillers und kurze Zeit später in Marsberg besiegelt wurde, entwickelte sich zu einem vielfältigen Austausch von verschiedensten Gruppierungen. An Pfingsten 2017 ist es dann soweit. 50 Jahre Partnerschaft können groß gefeiert werden. In der exklusiven Zeitungsserie der Deutsch-Französischen Gesprächsrunde Marsberg (DFG Marsberg) und des Sauerlandkuriers auf dem Weg zur Goldenen Hochzeit Marsbergs mit Lillers erinnert sich heute der 75-jährige Adolf Bieker, damaliger Brandmeister und heutiges Mitglied der Ehrenabteilung der Freiwilligen Feuerwehr des Löschzuges Marsberg, innerhalb eines Interviews über die kameradschaftlichen Verbindungen der beiden Partnerstädte. Ganz persönliche Erlebnisse, Geschichten, Emotionen und Anekdoten kommen im Gespräch mit dem begeisterten Feuerwehrmann zur Sprache. - Andreas Karl Böttcher (DFG Marsberg – Ansprechpartner Öffentlichkeitsarbeit „50 Jahre – Marsberg-Lillers“) - Herr Bieker, erzählen Sie über die Anfänge der Beziehungen der Marsberger Wehr mit den Kameraden aus Lillers: 1967 bei der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde fanden der erste Austausch bzw. die ersten Begegnungen zwischen Marsbergern und Lillerois statt. 1968, im Jahr nach der Besiegelung der Partnerschaft wurden erste Kontakte zu den französischen Gleichgesinnten der französischen Wehr in Lillers geknüpft. Ich erinnere mich, dass im Jahr 1973 eine Delegation mit Feuerwehrmännern zusammen mit Mitgliedern des Rates von Lillers nach Marsberg kam. Im darauffolgenden Jahr wurde das Feuerwehr-Gerätehaus nach einer Modernisierung eingeweiht. In diesem Jahr, also 1974, waren wir in unserer französischen Partnerstadt mit weiteren Feuerwehrkameraden vertreten. Es war damals eine kleine Delegation. Federführend in unserer Feuerwehr waren damals Franz Wegener, der Wehrführer war, und der Stadtbrandmeister Rudi Lachenit. In den Gastfamilien lernten wir nicht nur Land und Leute kennen, sondern wir fachsimpelten natürlich ganz besonders über unser leidenschaftliches Engagement unter dem Leitsatz: „GOTT ZUR EHR, DEM NÄCHSTEN ZUR WEHR!“. Gedanken zu Einsätzen, Löschtechniken, Ausrüstungsfragen, usw. standen neben alltäglichen Lebenssituationen im Gespräch zur vielfältigen Diskussion mit den Franzosen. Mit einer großen Begeisterung waren wir – in all den Jahren mit rund 50 beteiligten Marsberger Feuerwehr-Kameraden – vor Ort. Neben der Marsberger Wehr hatten auch die Marsberger Polizisten, z. B. Berthold Wagemann und Hubert Beck, immer wieder einmal Besuch von Ordnungshütern aus unserer Partnerstadt bekommen. Was ist bei Ihnen bis heute in bleibender Erinnerung? Es gibt viele tolle Momente… In bleibender Erinnerung ist natürlich das Jahr 1979. Unsere Marsberger Feuerwehr konnte da das 100-jährige Jubiläum feiern. Die Wehr aus Lillers war natürlich mit von der Partie. Ein besonderes Fest. Auch die Briefmarkensammler aus Lillers waren vor Ort. Es wurde damals von den Herren Alphonse Guillemant, André Lesage, Blondeau, Majorczick und Pierre Fauvel ausgestellt. Begegnungen an der Niedermarsberger Anglerhütte, gemeinsame Spiele oder ein kleines Schützenfest von Deutschen und Franzosen unter Beteiligung der Jugendfeuerwehren, wo auch spontan der Wehrführer von Lillers, Jean-Louis Lempereur, Schützenkönig wurde, fanden statt. Neben den zahlreichen Jubiläen waren aber die Treffs in kleinen Gruppen mit den Ehepartnern die Highlights der freundschaftlichen Verbindung. Interessante, gut organisierte Erkundungen mit wahren Freunden und persönlichen Kontakten, Telefonaten sowie Briefwechseln bis in die heutige Zeit sind der größte Schatz unserer Zusammenkünfte der damaligen Zeit. Gab es auch gemeinsame Feuerwehreinsätze? Sicherlich hätte es den Feuerwehrleuten aus Lillers in den Fingern gekribbelt mal einen gemeinsamen Lösch-Einsatz durchzuführen und ein Feuer gemeinsam zu bekämpfen. Aber aus versicherungstechnischen Gründen war dieses für die Franzosen nicht möglich und es war somit ihnen verwehrt. Ich erinnere mich aber an einen Hochwassereinsatz der Marsberger Wehr in der Wallmei während des Besuchs der Franzosen. Wir Marsberger rückten mit voller Ausrüstung aus und unsere französischen Freunde folgten uns – allerdings in zivil – und schauten uns aus der Distanz über die Schulter. Später analysierten wir gemeinsam die Geschehnisse. Tipps und Tricks wurden besprochen und regelrecht ausgetauscht. Abschließend möchte ich ganz besonders unsere Feuerwehr-Jugend motivieren sich an den tollen, lehrhaften, kameradschaftlichen Austauschen mit den Lillerois, mit unseren Freunden und Gleichgesinnten, in der Zukunft zu beteiligen. Austausch bringt Erfahrung und viele neue Freunde! Fotos im Anhang: 01 Vor einer Parade in Lillers – die Feuerwehrkameraden: v. l. n. r. Adolf Bieker, Franz Wegener, Hubert Herremann (Lillers) und Ferdinand Mönnighoff. Foto: Adolf Bieker. 02 Besuch der Lillerois in Marsberg im Jahr 1972 – Deutsche und Französische Feuerwehrleute am alten Spritzenhaus im Marsberger Kötterhagen. Foto: Freiwillige Feuerwehr Marsberg. 03 Austausch von Gastgeschenken der beiden Feuerwehren in Marsberg während eines Jubiläums – v. l. n. r. Karl-Heinz Berger, Michel Loyer, Ferdinand Mönnighoff und Adolf Bieker. Foto: Adolf Bieker. 04 Adolf Bieker (links) und der stv. Zugführer der Feuerwehr von Lillers: Jean-Louis Lempereur in Lillers im Jahr 1984. 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Als vor 200 Jahren der Kirchturm brannte… …

29. Januar 2017
Als vor 200 Jahren der Kirchturm brannte… Marsbergs Fundstück des Monats erinnert an eine spektakuläre Rettungsaktion Obermarsberg. Erst jüngst wurden auf dem Marsberger Neujahrsempfang im Kloster Bredelar die Feuerwehrleute der Stadt Marsberg mit dem Bürgerpreis ausgezeichnet. Geschichte wiederholt sich… Vor 200 Jahren erhielten drei mutige Obermarsberger eine ganz besondere Auszeichnung. Marsbergs Fundstück des Monats Januar 2017 beschäftigt sich mit diesen Geschehnissen aus dem 19. Jahrhundert. Hierzu hat der Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ für das Museum „Haus Böttcher – Marsbergs Haus der Geschichte aus 1589“ verschiedene Urkunden erhalten. Sie wurden nun zum Fundstück des Monats prämiert. Als während des 30-jährigen Krieges die Oberstadt im Jahre 1646 durch die Schweden und Hessen eingenommen wurde, ließ man die Chöre der Kirche mit Pulver in die Luft sprengen. Nach dem Krieg wurde die Kirche wieder instandgesetzt. Dabei wurde die Höhe des Turmes um 7 Meter erniedrigt, da man das Mauerwerk abtragen musste, um Steine zum Ausbau der vielen Mauerlücken zu erhalten. Bei dieser Gelegenheit erhielt der Turm, dem Baustil der damaligen Zeit entsprechend, eine Barockspitze: einen Zwiebelturm. Aus einem Bericht damaliger Zeit: „…in seiner Größe und auf seiner stolzen Höhe wirkt er ganz majestätisch…“. Leider wurde der prächtige Turm bei einem heftigen Gewitter zerstört. Am 27. Februar 1817 schlug der Blitz in die Spitze des Turmes und zwar in die oberste, also in die kleine Kuppel und entzündete das innere Dachwerk. Das „Amtsblatt der Königl. Regierung zu Arnsberg“ vom 22. März 1817 bringt darüber folgenden sehr interessanten Bericht: „Am 27. Februar 1817 abends 7 Uhr schlug der Blitz bei einem heftigen Sturmwinde und Schneegestöber in die Spitze des hohen Stiftsthurms in der Stadt Obermarsberg, und entzündete das innere Dachwerk in der obersten Kuppel. Die aus der Thurmspitze umhersprühenden Funken verkündeten den erschrockenen Stadtbewohnern den fürchterlich drohenden Brand. Der Thurm und die Kirche und die umliegenden Stiftsgebäude, und bei dem heftigen Sturmwinde auch die Stadt selbst, standen in Gefahr, ein Raub der Flammen zu werden, wenn nicht aufs schleunigste das Feuer vor seiner größeren Ausbreitung schon in der brennenden Thurmspitze gelöscht wurde, wohin aber ohne augenscheinliche Lebensgefahr nicht zu gelangen war. Da verdankte die Stadt ihre Rettung dreien wackeren Männern, namentlich Heinrich Gottwick, ein Schieferdecker, Anton Zieren, ein Ackersmann und Anton Fobbe, ein Zimmermann, alle drei Familienväter. Sie erstiegen unaufgefordert, ihre eigene Lebensgefahr nicht achtend, mit einer Laterne, einer Axt und zwei Eimern Wasser versehen, das höchste Thurmgebälk. Hier, wo ihnen keine Leiter mehr zu Gebote stand, und sie doch noch zu weit von dem über ihnen lodernden Feuer entfernt waren, kletterte der letztere, gestützt und gehalten von dem zweiten, über den Nacken des ersteren bis zu dem brennenden Dachgestelle der höchsten Kuppel, worauf er sitzend seine Axt mit kraftvoller Anstrengung auf die flammenden Dachstellen einhieb und sie nach außen über den Schieferrücken der Kirche herabwarf; während die beiden anderen auf einem halb verfaulten und zapfenlos gewordenen Riegel stehend, mit sparsamer Verwendung ihres kleinen Wasservorraths das Feuer im Inneren vollends löschten. Diese drei Männer haben sich dadurch den gerechten Anspruch auf den öffentlichen Dank ihrer Mitbürger erworben, und die unterzeichnete Königliche Regierung beeifert sich, ihnen dafür hiermit öffentlich das verdiente Lob zu ertheilen, mit dem Bemerken, daß nebst dem noch höchsten Orts auf eine besondere Belohnung für dieselben angetragen worden sey. Nächst ihnen verdienen folgende Personen rühmlich erwähnt zu werden: nämlich der Maurer Philipp Lutter, der ihnen zuerst auf die Thurmspitze nachfolgte, und einen Eimer voll Milch zutrug; sodann der Hospital-Oekonom Rhode, und der Stadt-Schultheiß Steinhoff, welche mit Nachdruck und Eifer die ersten Löscharbeiten betrieben“. (Arnsberg, den 06. März 1817 – Königlich Preußische Regierung, I. Abteilung) Die dreigenannten „wackeren Männer“ erhielten bald darauf durch Verfügung des Königl. Ministeriums die Rettungs-Medaille nebst einem Geldgeschenk. Dies brachte das Amtsblatt mit folgenden Worten zur Kenntnis: „Belohnung für Rettung bei Feuers-Gefahr zu Obermarsberg – In dem 17ten Stücke des diesjährigen Amtsblattes haben wir bereits das Verdienst öffentlich angerühmt, welches sich der Schieferdecker Heinrich Gottwick, der Ackersmann Anton Zieren jun. und der Zimmermann Anton Fobbe zu Obermarsberg bei Löschung des entzündeten dasigen Stiftsthurms erworben haben. Zur ferneren Belobung derselben und zur Erweckung des Nacheifers machen wir nachträglich bekannt, daß jedem der erwähnten drei Männer, in Gemäßheit eingelangter hoher Verfügung des Königlichen Ministeriums vom 28ten vorigen Monats, die Rettungs-Medaille zuerkannt, und nebst dem aus der Brand-Societäts-Casse Herzogthums Westphalen eine Belohnung in Geld erteilt worden“. (Arnsberg, den 23. April 1817 - Königlich Preußische Regierung) Eine Rettungsmedaille samt Urkunde ist heute noch im Besitz des Landwirts Bernhard Schröder (Zieren) in Obermarsberg. Das Feuer wurde zwar, wie es in dem Bericht heißt „schon in der brennenden Turmspitze“ gelöscht. Doch scheint das innere Dachwerk derartig gelitten zu haben, dass rund ein Jahrzehnt später eine Erneuerung des gesamten Turmhelmes notwendig wurde. Im März 1829 war die alte Turmspitze noch vorhanden. Später in 1829 ist erst die alte zwiebelförmige Spitze abgebrochen worden und durch die heutige achtseitige Pyramide ersetzt worden. Nähere Informationen zum Fundstück des Monats finden Sie unter: www.Marsberger-Geschichte.de Fotos im Anhang: 01 Diese Zeichnung spiegelt die Obermarsberger Stiftskirche samt Kloster im März 1829 wider. Auf dem Bildnis links neben dem Kloster befindet sich die Nikolaikirche. Beide Kirchen besitzen zu diesem Zeitpunkt noch den historischen Zwiebelturm. 02 Der Turm der Stiftskirche Obermarsberg erhält eine neue Spitze. Das Foto wurde 1892 aufgenommen. Es zeigt das Richtfest. Die Turmspitze musste neu gerichtet werden, da in Folge eines Blitzeinschlages der Turm Feuer fing. Ursprünglich bis 1829 hatte die Kirche einen Zwiebelturm, bis 1646 gab es links und rechts neben dem Langschiff jeweils einen, also somit insgesamt zwei Nebentürme. 03 Dieses Aquarell aus der Zeit vor 1900 zeigt die Situation an der Stiftskirche in Obermarsberg mit dem Benediktinerkloster, der Zehntscheune und einem Teil der Pagenstraße. 04 Die Aufnahme zeigt die Vorderseite der Florianrettungsmedaille von Anton Zieren aus Obermarsberg, fotografiert in 1934 von Max Kiesewetter (Photo-Jacobi). Diese Medaille ist heute noch im Besitz von Bernhard Schröder (Nachfahre). Inschrift Vorderseite: „FRIEDRICH WILHELM III. KÖNIG VON PREUSSEN. BELOHNER DER RETTENDEN NÄCHSTENLIEBE.“ 05 Die Aufnahme zeigt die Rückseite der Florianrettungsmedaille von Anton Zieren aus Obermarsberg – Inschrift der Rückseite: „WAS IHR GETHAN HABT EINEM UNTER DIESEN MEINEN GERINGSTEN BRÜDERN, DAS HABT IHR MIR GETHAN.“ #Marsberg #Obermarsberg #Stiftskirche #Kirchturm #Fundstueck #FundstueckdesMonats #Feuer #Rettungsaktion #Feuerwehr #Feuerwehrleute #Auszeichnung #Buergerpreis #Heimatverein #Geschichtsverein #MarsbergerGeschichten #Museum #Heimatmuseum #HausBoettcher #MuseumHausBoettcher #MarsbergsHausderGeschichte #Oberstadt #Barockspitze #Zwiebelturm #1817 #Regierung #Koenig #Arnsberg #Blitz #Stiftsturm #StadtObermarsberg #Stiftsgebaeude #HeinrichGottwick #AntonZieren #AntonFobbe #KoeniglicheRegierung #PhilippLutter #HospitalOekonomRhode #StadtSchultheissSteinhoff #Rettungsmedaille #BrandSocietaetsKasse #Landwirt #BernhardSchroeder #MarsbergerGeschichte #StiftskircheObermarsberg #Kloster #Nikolaikirche #Blitzeinschlag #Benediktinerkloster #Zehntscheune #Pagenstrasse #FlorianRettungsmedaille #MaxKiesewetter #PhotoJacobi #FriedrichWilhelmIII #UnserMarsberg