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Sexualität, Zivildienst und Migration in den 1960er Jahren

13. November 2017

Das LWL-Freilichtmuseum Detmold sucht Objekte und Geschichten für 2018

Detmold (lwl). Die Saison im LWL-Freilichtmuseum Detmold ist beendet und das bedeutet, dass die Vorbereitungen für das kommende Jahr bereits auf Hochtouren laufen. Unter dem Titel, „Raus aus dem Spießerglück“ stellt das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) 2018 die Alltagsgeschichte der 1960er Jahre in den Mittelpunkt. Für diese Ausstellung werden noch Objekte und Geschichten zu den Themen sexuelle Aufklärung, Migration und Zivildienst gesucht.

Bereits im Mai hatten die Kuratoren Janina Raub und Mathis Kleinitz Leser dazu aufgefordert, ihre Objekte und Geschichten zu den 1960er Jahren mit ihnen zu teilen. Einige der interessanten Objekte und Geschichten werden im Rahmen der nächsten Sonderausstellung präsentiert. „Allerdings würden wir das inhaltliche Spektrum gerne noch erweitern und die gesellschaftlich relevanten Themen Migration, sexuelle Aufklärung und den Zivildienst aufnehmen“, erklärt Janina Raub.

Während Sexualität in den frühen 1960ern noch ein Tabuthema war, sprachen am Ende des Jahrzehnts viele von einer „Sexwelle“. Beispiele für die veränderte Darstellung von und das Sprechen über Sexualität im Laufe der 1960er waren die bekannten Aufklärungsfilme von Oswalt Kolle oder die Einführung der Antibabypille.

Ebenfalls in die 1960er Jahre fielen die Anwerbeabkommen zwischen der Bundesrepublik und Spanien, Griechenland, der Türkei und weiteren Staaten. Um ein möglichst authentisches Bild der Schwierigkeiten, Hoffnungen und Lebenswege der ersten „Gastarbeiter“ zu zeigen, sucht das Museum auch zu diesem Thema Zeitzeugen, die in den 1960er Jahren nach Deutschland kamen und noch ein interessantes Objekt aus dieser Zeit besitzen.

Ein eher seltenes Phänomen war in den 1960er Jahren der gerade erst geschaffene Zivildienst. Nur wenige verweigerten den Wehrdienst und stellten sich den berüchtigten Befragungen der Prüfungsausschüsse. Dazu sucht das Museum Zeitzeugen, die von ihren Erfahrungen berichten können und die möglicherweise noch ein spannendes Objekt dazu besitzen.

Einsendungen nimmt das LWL-Freilichtmuseum Detmold per E-Mail (mathis.kleinitz@lwl.org) oder per Brief unter dem Stichwort „1960“ (Krummes Haus, 32760 Detmold) entgegen.

Weitere Informationen gibt es unter Tel. 05231-706301.

Detmold Freilichtmuseum

Foto: Freilichtmuseum Detmold