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Morgen kommen sie wieder

5. Januar 2016

Morgen kommen sie wieder: Die “Hl. Drei Könige”…

Mit diesem plattdeutschen Gedicht und einem Foto von AirStativ, Peter Padberg, wollen wir schon einmal auf den 06. Januar 2016 einstimmen! :-)

Die Heiligen Drei Könige oder auf Plattdeutsch “De hilligen drai Künige” von Friedrich Wilhelm Grimme aus Assinghausen

De hilligen drai Künige (Plattdeutsch)

De hill‘gen drai Künige met iärem Steern,
Se giät sik op de Stöcker un säiket den Heern;
Et schnigget un schlackert, et fruiset un knappet,
Vey krempet de Täiwen, de Tiäne dai klappert.

Loot schniggen, loot schlackern, et däit us nix,
Vey singet un hallet us dapper un fix;
De laiwe Heer well alles belaunen
Met Glück un Siägen un hiemelsken Kraunen.

Doch, läiwe Lüie, bat keyk ey sau späih?
Grundehrlik dat sin vey jo alle drai,
Drümm well vey ug usen Namen seggen,
Dann werre vey, dat ey Respäckt sollt hewwen.

Ik, Kasper, ik hewwe känn Pläcksken witt,
Den schoinen Juffern gefall ik nit;
Doch wann ey mik wellt bey der Nacht bekeyken,
Dann loot’ ik akkroot as’ ugges Gleyken.

Ik, Künig Mälcher sin witt un feyn,
Sau feyn, as’ en Heer un en Growe kann seyn;
Sin feyne gewasken un feyne gekemmet,
Dat alles taum güllenen Rocke stemmet.

Ik haite Balzer un schlüäre sau met,
Ik sin nit aisk un sin ok nit nett;-
Ik durtele ümmer sau ächter diän andern,
Well auk tem hilligen Lanne wandern.

Taum hilligen Lanne is awwer nau weyt,
Ais giät et nau mannegmool Awweteyt,
Un Geld, dat kamme vam Tiune nit briäcken,
Drümm mott vey mildötige Luie anspriäcken.

Day reyken Patroiners in düser Staat,
Ik denke, dai giät us’ ne Stuiwer ter Baat’;
Vey singet taum Danke un drägget den Steeren
Un gruißet ug alle diän laiwen Heeren.

Aus Sprikeln und Spöne Fr.-W. Grimme