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Die Pilz-Hochsaison hat begonnen

13. September 2017

Experten geben hilfreiche Tipps

Es gibt 3.615 Großpilzarten in NRW. Nur 100 davon sind giftig…

Über das „Herbstwetter“ in diesem Sommer freuen sich nicht alle. Doch die feuchtwarme Witterung der vergangenen Wochen hat auch positive Seiten: Viele Bäume tragen schon jetzt reichlich Früchte und auch Pilze sprießen deutlich früher aus der Erde als sonst. „Üblicherweise liegt die Hochsaison der Pilze im September und Oktober“, sagt Jan Preller vom Hammerhof, Wald und Holz NRW. „In diesem Jahr sind einige Pilze jedoch wegen der günstigen Wetterbedingungen rund vier Wochen früher dran“. Pfifferlinge, Steinpilze, Perlpilze und Hexenröhrlinge waren schon vor ein paar Wochen im Wald zu finden und versprechen eine gute Pilzsaison. Die Forstleute von Wald und Holz NRW freuen sich über interessierte Waldbesucherinnen und -besucher, weisen aber auch darauf hin, dass beim Pilzesammeln einige Regeln zu beachten sind. Grundsätzlich darf nur in geringen Mengen für den Eigenbedarf gesammelt werden – höchstens ein Kilogramm gilt als Richtschnur. In Naturschutzgebieten ist das Pilzesammeln generell verboten. Aber auch dort, wo junge Bäume stehen, ist das Betreten des Waldes grundsätzlich nicht erlaubt. Zudem gilt für einige seltene und geschützte Speisepilzarten ein Sammelverbot; dazu gehören unter anderem Sommer-Röhrling, Kaiserlinge und Trüffel.

Pilze als Partner der Bäume im Ökosystem 

Pilze sind das ganze Jahr als unterirdisches Geflecht (Myzel) im Waldboden vorhanden und erfüllen dort wichtige Aufgaben. Der auf dem Waldboden stehende Fruchtkörper ist nur ein paar Wochen im Jahr zu sehen. Einige Pilzarten leben als Parasiten an Pflanzen, Tieren oder anderen Pilzen und können zum Absterben dieser Wirte führen. Dazu gehören auch Speisepilze wie der Hallimasch. Er kann lebende Bäume befallen und zum Absterben bringen. Pilze fördern aber auch einen funktionierenden Stoffkreislauf. „Pilze sind beispielsweise dafür verantwortlich, dass altes Holz, Laub und Nadeln zersetzt werden. Sie sorgen dafür, dass organisches Material in den Kreislauf des Lebens zurückgeführt wird. Ohne sie würde die Streuschicht auf dem Boden immer dicker und die Wälder würden in den Unmengen anfallender organsicher Stoffe regelrecht ersticken“, erklärt Preller. Wer sich zum Pilze sammeln in den Wald begibt, muss sich gut auskennen. In NRW wachsen 3.615 sogenannte Großpilzarten. Das sind Pilze, deren Fruchtkörper mit bloßem Auge gut erkennbar ist. Rund 100 davon sind giftig, wobei einige hochgiftig, andere weniger giftig sind. Die meisten sind ungenießbar. Nur ein paar Dutzend eignen sich für ein schmackhaftes Pilzgericht, so Wald und Holz NRW. Für Pilzsammler reicht es nicht, sich auf Abbildungen zu verlassen, so der deutliche Hinweis. Denn viele leckere Speisepilze haben hochgiftige Doppelgänger, deren Gifte zeitverzögert und im schlimmsten Fall tödlich wirken. Der Grüne Knollenblätterpilz ist besonders häufig Verursacher schwerster Vergiftungen. Daher sollten nur fachkundig geschulte Menschen Pilze sammeln. Entsprechende Seminare bieten die Regionalforstämter und Waldinformationszentren von Wald und Holz NRW an.

Pilze am Hammerhof

Der Steinpilz: Lecker, aber legal nur außerhalb von Naturschutzgebieten zu pflücken. Foto: Jan Preller, Hammerhof, Wald und Holz NRW.