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Berichte und Reportagen erzählen von Häusern und Menschen

3. November 2017

LWL-Volkskundlerin veröffentlicht Ergebnisse eines Schreibaufrufes

Westfalen (lwl). “Im vergangenen Jahr hatten wir die Menschen in Westfalen-Lippe gebeten, mir von ihren persönlichen Erfahrungen mit dem Bauen und Wohnen seit den 1950er Jahren zu berichten. Die Ergebnisse dieses Aufrufs sind jetzt in Form des über 400 Seiten starken Buches ‘Von Häusern und Menschen’ erschienen”, freut sich Christiane Cantauw, Geschäftsführerin der Volkskundlichen Kommission beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL).

Aus ganz Westfalen von Schöppingen (Kreis Borken) bis nach Lippstadt (Kreis Soest), von Arnsberg (Hochsauerlandkreis) bis nach Dülmen (Kreis Coesfeld) und von Bielefeld bis nach Vreden (Kreis Borken) fühlten sich Menschen angesprochen, von den großen und kleinen Herausforderungen, Träumen und Katastrophen zu berichten, die mit einem Umzug, einem Umbau oder einem Neubau verknüpft sind und waren. Herausgekommen ist dabei ein in vielen Aspekten höchst ungewöhnliches Buch, wie Cantauw unterstreicht: “Das Buch enthält neben den Berichten und Reportagen die Reproduktion eines Bautagebuches. Für die Forschung ist dies eine ganz besonders interessante Quelle, stellt sie doch einen unmittelbaren, zeitnah notierten Zugang zum Baugeschehen her. Zugleich handelt es sich um eine höchst persönliche Geschichte, die mit dem Tod des Bauherrn in der Bauphase im Grunde den Super-GAU eines Eigenheimbaus beschreibt.”

Dank der Förderung durch die Wohnungsbau- und Sozialpolitik der Bundesregierung wurde der Bau eines eigenen Hauses in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts plötzlich für viele Menschen realisierbar. Erfahrungen mit dem Bauen oder Umbauen beschränkten sich nicht mehr auf eine vergleichsweise kleine Bevölkerungsgruppe. “Trotzdem sind die Berichte und Reportagen in dem Buch höchst individuell und einzigartig”, freut sich Cantauw. “Sie erzählen von aus unterschiedlichen Gründen besonderen Häusern, besonderen familiären Konstellationen und von vielfältigen Wegen und Umwegen bei der Realisation eines Hauses. Es hat mich außerordentlich gefreut, dass mich viele Menschen aus Westfalen-Lippe zu sich nach Hause eingeladen haben, um ihr Haus zu zeigen und vor Ort von der Baugeschichte zu berichten. Damit hatte ich nicht gerechnet.”

Zahlreiche historische und aktuelle Abbildungen ergänzen die Geschichten, so dass “ein höchst vielseitiges, lesenswertes Buch entstanden ist, das die Vielfalt der Lebensweisen und Wohnformen vor Augen führt, die sich in Häusern manifestieren”, so Cantauw.

Christiane Cantauw (Hg.):
Von Häusern und Menschen.

Berichte und Reportagen vom Bauen und Wohnen von den 1950er Jahren bis heute.
Mit dem Bautagebuch von Rosemarie Krieger
Rückblick. Autobiographische Materialien, Band 9.
Waxmann Verlag, Münster, New York 2017. 416 S.
ISBN 978-3-8309-3686-2, 39,90 Euro

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Buch-Cover: Waxmann Verlag

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Wer ein Haus baut, musste früher wie heute auf vieles verzichten und erhebliche finanzielle und körperliche Anstrengungen meistern, wie dieses Paar in Iserlohn 1960. Foto: Theo Klein-Happe