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Als die Eisenbahn die (Post)-Kutsche ersetzen …

30. August 2015

Als die Eisenbahn die (Post)-Kutsche ersetzen sollte –

Marsbergs Fundstück des Monats beschäftigt sich mit der Personenbeförderung

Marsberg / Arolsen / Volkmarsen.

Heutzutage ist es für uns überhaupt kein Problem von „A nach B“ zu kommen. Fast jeder hat privat einen eigenen PKW. Die weitesten Entfernungen sind keinerlei Hindernis. Gereist wird über Straßen, Schienen, Wasser oder durch die Luft. In früheren Zeiten war das allerdings anders. Fußmarsch war meistens angesagt. Die regelmäßig verkehrende (Post)-Kutsche von Marsberg nach Arolsen oder auch andernorts war bis tief ins 19. Jahrhundert schon ein Segen. Hiermit beginnt praktisch die Geschichte der Personenbeförderung in unserem ländlichen Bereich. Ein Meilenstein ist allerdings der Bau von Bahnstrecken. So entstanden wesentlich bessere und schnellere Verbindungsmöglichkeiten.

Der Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ erhielt in den letzten Tagen für das Museum „Haus Böttcher – Marsbergs Haus der Geschichte aus 1589“ umfangreiche Dokumente, die Planungen und die Errichtung von Strecken in unserer Gegend belegen. Diese Unterlagen wurden nun zu Marsbergs Fundstück des Monats August 2015 prämiert.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begannen die verschiedensten Planungen unseren Raum mittels der Eisenbahn zu erschließen. Anfangs galten diese Pläne lediglich dafür, um Rohstoffe und Erzeugnisse – vorwiegend ins Ruhrgebiet – zu transportieren. Erst später kam der Gedanke der Personenbeförderung auf.

Für die Planung der „Ruhr-Eisenbahn“ wurden bereits 1857 Erhebungen über den zu erwartenden Güterverkehr aufgestellt.

Es sollten viele Kleinbahnen im Ländlichen entstehen, die als Anschluss an die Bahnhöfe der Ruhrstrecke hätten dienen können. Ein Beispiel hierfür im heutigen Marsberger Stadtgebiet war sicherlich die Rhene-Diemeltal-Bahn, die von Adorf nach Bredelar fuhr.

Eine weitere Strecke sollte von Obermarsberg nach Volkmarsen entstehen. Zwischenstopps in Erlinghausen, Udorf, Kohlgrund, Arolsen und Külte waren u. a. eingeplant. Zu den jetzt erhaltenen Dokumenten gibt es sogar eine Karte im Staatsarchiv, die leider nicht genau datiert ist. Sie wird aber von den Archivaren in das Ende der 1860er Jahre datiert.

Die Strecke Warburg-Kassel-Altenbeken ist in der Karte bereits fest eingezeichnet und ist zu dem Zeitpunkt der Erstellung der Karte bereits in Betrieb. Die 1872 befahrbare Strecke Warburg in Richtung Brilon ist laut Karte noch nicht aktiv.

Damals wurden drei Varianten mit verschiedensten Trassen einer Kleinbahn von Obermarsberg bzw. Marsberg nach Volkmarsen untersucht: Die erste Trasse sollte im Diemeltal beginnen. Als Startbahnhof ist in einem Brief vom 28. Juni 1869 an das Bürgermeisteramt Obermarsberg, Herrn Schuto, ein neuzubauendes Gebäude bei der Nepomukbrücke angedacht gewesen.

Die Bahnstrecke sollte entlang der heutigen Straße „Lange Ricke“ geführt werden. Der weitere Verlauf der Bahnstrecke auf Obermarsberger Gebiet, der an einigen Stellen eigentlich utopisch ist: rechts vom Kalvarienberg, den „Euber“ hinauf, am Schwedenstein vorbei, am Fuße des Galgenbergs und Schwarzenberges, das Mühlenland hinunter ins Glindegrund, dort am Hange des Kleinen Hölings entlang durch das Frohntal nach Erlinghausen.

Das Bürgermeisteramt Obermarsberg widersprach allerdings diesem Plan mit einem Einwand, da es die teils heftigen Steigungen und Gefälle, gerade im 1. Teil des Abschnittes, für unüberwindbar hielt.

Ein neuer Plan musste her: So sollte die erste Trasse nun vom Diemeltal (Nepomukbrücke) aus mit einem Tunnel unter dem Galgenberg in das Glindetal und dann durch das Frohntal führen. Dieses war für die Obermarsberger akzeptabel.

Bei Erlinghausen sollte eine weitere Haltestelle entstehen. Dann würde die Strecke nach Süden über den Schmiedehagen nach Udorf ausschwenken, ferner neben der rechten Seite der Orpe nach Norden in Richtung Kohlgrund und Eilhausen führen. Die Überquerung des Hessewaldes war mit einem Tunnel unter dem Klutenberg und durch den Holzhäuser Grund geplant. Nördlich von Helsen sollte dann die Trasse durch den Tiergarten über Külte nach Volkmarsen gebaut werden.

Eine echt abenteuerliche Planung für eine wahre Feld- und Wiesenbahn, die allerdings nie in die Tat umgesetzt wurde. Diese Dokumente sind heutzutage sehr spannend für Historiker, um den damaligen Zeitgeist der Menschheit zu verstehen. Sie belegen den Drang der Menschheit, der noch heute – zwar mit anderen Mitteln und aufgrund anderer Hintergründe – besteht, um in die Ferne zu schweifen.

Nähere Informationen zum Fundstück des Monats finden Sie unter: www.Marsberger-Geschichte.de

Fotos im Anhang:

01 Blick vom Obermarsberger Kalvarienberg ins Diemeltal um 1915 – Dort sollte die „neue“ Bahnstrecke im 19. Jahrhundert entstehen und bis nach Volkmarsen führen.

02 Zu sehen ist ein Lokschuppen in Bredelar. Die Dampflok der Kleinbahn „Rhene-Diemeltal-Bahn“ fährt in das Gebäude ein. Betriebsvorsteher der Bahnstrecke war Carl Zumbroich, geb. 1826 in Niederbergheim, gest. 1914 in Niedermarsberg. Das Foto entstand um 1905.

03 Die Eisenbahn-Karte aus dem Staatsarchiv Münster für das Gebiet von Stadtberge (Marsberg) bis Volkmarsen und Warburg – Sie entstand am Ende der 1860er Jahre.

04 Das Foto zeigt die Diemelbrücke am Hammerberg. „Der 1. Zug befährt die Brücke nach der Einweihung im Jahr 1873“. Erbauer dieser Brücke war Johann Bartholmé aus Obermarsberg.

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