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Reformation und Gegenreformation in Stadtberge

31. Oktober 2017
Reformation und Gegenreformation in Stadtberge Der katholischste „Urpunkt“ der Region war lange Zeit protestantisch geprägt Marsberg / Obermarsberg / Niedermarsberg. Sie gilt als Wiege des katholischen Christentums – die alte Stadt auf dem Berge, das historische Obermarsberg! Hier hatte einst Karl der Große die erste Kirche und das erste Kloster im heidnischen Sachsenland begründet. Fast unbekannt ist die Geschichte der Reformation und Gegenreformation in Marsberg. In keiner Stadt des Kurkölnischen Sauerlandes (Herzogtum Westfalen) hat die durch Martin Luther vor genau 500 Jahren von Wittenberg ausgehende Reformation eine so starke Aufnahme gefunden wie in Stadtberge (Ober- und Niedermarsberg). Die Gegenreformation hat im Laufe von über 250 Jahren nicht vermocht, das evangelische Leben in Stadtberge gänzlich auszurotten. Eine evangelische Gemeinde bestand in Niedermarsberg seit der Reformation. Auch nach der Gegenreformation blieben ganze, evangelisch geprägte Familien dort. Der Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ besitzt hierzu im Archiv des Museums „Haus Böttcher – Marsbergs Haus der Geschichte aus 1589“ interessante Urkunden, die von Friedrich Brune wissenschaftlich aufbereitet wurden. Eine alle Mittel einsetzende Gegenreformation hat also die um die Mitte des 16. Jahrhunderts fast ganz evangelisch gewordenen Städte Ober- und Niedermarsberg nicht voll rekatholisieren können. Nachdem alle Versuche des Kölner Kurfürsten und Erzbischofs Ernst von Bayern (1583-1612), der evangelischen Bewegung in Ober- und Niedermarsberg Herr zu werden, letztlich fehlgeschlagen waren, setzte sein Nachfolger Ferdinand von Bayern, der während des 30-jährigen Krieges Kurfürst und Erzbischof in Köln war, die ihm zu Gebote stehenden kirchlichen und staatlichen Machtmittel gegen die beiden abtrünnigen Städte ein. Am 04.11.1614 wurde von ihm die römisch-katholische Religion gewissermaßen zur Staatsreligion erklärt. Jede öffentliche Ausübung des evangelischen Glaubens in Marsberg war strengstens untersagt. Von allen Staatsämtern war der evangelisch gesinnte Bürger ausgeschlossen. In den Rat der Stadt durften nur noch gläubige Katholiken gewählt werden. In Obermarsberg fand sich aber zu jener Zeit nur ein evangelischer Bürger namens Koch, der für das Bürgermeisteramt geeignet war und nur weitere 7 katholische Bürger traten ihm als Ratsherren zur Seite. Mehr waren in Obermarsberg nicht aufzutreiben. Zum vollständigen Ratskollegium fehlten aber noch 6 Mitglieder. Sie waren in der Oberstadt nicht zu finden. Kurzerhand setzte der Kurfürst die alte Verfassung außer Kraft. Der strengkatholisch gesinnte Heinrich von Calenberg wurde aus dem Warburger Land (Hochstift) mit Sonderrechten und Vollmachten zum Amtmann über Marsberg eingesetzt. Zu diesen Gewaltmaßnahmen gesellte sich die unmittelbar kirchliche Gegenreformation. Doch der „Lutheranismus war in Marsberg nicht zu töten“, so die Urkunden. Der Propst des Stiftes hatte die Rezesse des Kurfürsten von der Kanzel zu predigen, um den „ketzerischen Protestantismus“ auszulöschen. Selbst die Schulmeister und Priester lehrten den evangelischen Glauben entgegen der Androhung von Geld-, Vollzugs- und teils sogar der Todesstrafe. Bei evangelischen Taufen sollten die Eltern 10 „Goldgülden“ und der Pastor 20 „Goldgülden“ Strafe zahlen. Weitere Strafen gab es bei Trauungen mit evangelischem Hintergrund, Kranken- oder Sterbesalbungen und bei evangelischen Begräbnissen auf dem katholisch geweihten Kirchhof. Ebenfalls wurde zu solchen Anlässen das Schweigen der katholischen Kirchenglocken befohlen, aber nicht befolgt. Im Laufe der Zeit, als die Maßnahmen in Stadtberge nicht fruchteten, wurden härtere Maßnahmen verkündet. Fremde „Visitatoren“ beispielsweise aus Werl hatten für die Durchführung zu sorgen und sollten noch drastischer vorgehen sowie evangelischen „Zierrath und Kleinodien“ einziehen. Die evangelischen Pfarrer und Gelehrten sollten direkt der Privilegien entbunden werden und Vermögen dieser Person beschlagnahmt werden. Den Schulmeistern wurden die mit „falschem Wortlaut“ geschriebenen Lehrbücher genommen. Selbst das kaputte Dachwerk der Kirchen in Ober- und Niedermarsberg bezeichnete man als evangelische Ketzerei. Dem Bürgermeister und dem Rat wurde auferlegt bei einer Strafe von 100 „Goldgülden“ die Kirchendächer zu reparieren, um den „göttlichen Zorn“ zu verhüten. All diese Maßnahmen brachten nicht den gewünschten Erfolg. Der evangelische Glaube hielt sich in Marsberg emsig über Jahrzehnte und Jahrhunderte sehr hartnäckig. Weitere Bestrebungen von der geistlichen und staatlichen Obrigkeit und der Landesherren brachten nicht den gewünschten Erfolg. Fotos im Anhang: 01 Die Luftaufnahme zeigt vordergründig die Stiftskirche Obermarsberg, das alte Benediktinerkloster, die Zehntscheune und den Obermarsberger Friedhof um das Jahr 1945. Im Tal befindet sich Niedermarsberg. 02 Diese Zeichnung spiegelt die Obermarsberger Stiftskirche samt Kloster im März 1829 wider. Auf dem Bildnis links neben dem Kloster befindet sich die Nikolaikirche. Beide Kirchen besitzen zu diesem Zeitpunkt noch den historischen Zwiebelturm. 03 Ein „Kupferschlag-Bildnis“ der Stiftskirche Obermarsberg mit barocker Turmspitze zur Situation vor 1829 – Ein Exponat des Museums „Haus Böttcher – Marsbergs Haus der Geschichte aus 1589“. #Marsberg #Obermarsberg #Niedermarsberg #Stadtberge #Reformation #Gegenreformation #Katholisch #Evangelisch #1517 #2017 #Protestantisch #Christen #Christentum #AlteStadtaufdemBerge #HistorischesObermarsberg #KarlderGrosse #Kirche #Kloster #Heiden #Sachsen #Sachsenland #Sauerland #Kurkoeln #Westfalen #Herzogtum #Luther #MartinLuther #Wittenberg #500Jahre #Geschichtsverein #Heimatverein #MarsbergerGeschichte #MarsbergerGeschichten #Archiv #Museum #MuseumHausBoettcher #HausBoettcher #HausderGeschichte #MarsbergsHausderGeschichte #FriedrichBrune #Koelner #Kurfuerst #Erzbischof #ErnstvonBayern #FerdinandvonBayern #Koeln #Katholiken #Koch #Buergermeister #Ratsherr #Ratsherren #Oberstadt #Calenberg #HeinrichvonCalenberg #Warburg #WarburgerLand #Hochstift #Amtmann #Propst #Schulmeister #Priester #Geldstrafe #Vollzugsstrafe #Todesstrafe #Visitatoren #Werl #Strafe #Landesherren #Stiftskirche #StiftskircheObermarsberg #Benediktinerkloster #Zehntscheune #Friedhof #1829 #Nikolaikirche #Zwiebelturm #Kupferschlag #Turmspitze #UnserMarsberg
„160 Jahre Kasseler Hauptbahnhof“ am 01. November 2017

31. Oktober 2017

„Tor zur Welt – Eingangsportal in die Stadt. 160 Jahre Kasseler Hauptbahnhof“ ist der Titel einer Führung mit der Museumsführerin Ulrike Ortwein am Mittwoch, 01. November 2017, ab 17 Uhr. Der Treffpunkt ist im Stadtmuseum Kassel, Ständeplatz 16.

Die Teilnehmerzahl

Platt-Freunde treffen sich in Olsberg

31. Oktober 2017

Wulmeringhausen. Der Plattdeutsche Arbeitskreis im Heimatbund der Stadt Olsberg lädt alle am „Suerländer Platt“ interessierten Bürgerinnen und Bürger für Sonntag, den 05.11.2017 ab 15.00 Uhr in den Gasthof Plitt (Scheepers) nach Olsberg-Wulmeringhausen (Am Knapp 2) ein.

Die Sprecher aus dem

Landesarbeitsgemeinschaft Sozialpsychiatrischer Dienste NRW tagte in Meschede

31. Oktober 2017

Engagement in der Suchthilfe

Hochsauerlandkreis / Meschede. Die Landesarbeitsgemeinschaft Sozialpsychiatrischer Dienste NRW traf sich auf Einladung des Kreisgesundheitsamtes zur diesjährigen Fachtagung mit rund 100 Teilnehmern im Kreishaus Meschede. Thema war u. a., warum sich Sozialpsychiatrische Dienste in der Suchthilfe engagieren

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30. Oktober 2017

Verkehrsführung ändert sich

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Kassel im Wandel zur Kulturhauptstadt Europas 2025

30. Oktober 2017

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Weltliche Chormusik bei “Kultur im Krankenhaus”

30. Oktober 2017

Madrigalchor Brilon singt für Patienten und Besucher

Am Mittwoch, den 08. November 2017 um 18.30 Uhr präsentiert der Madrigalchor Brilon im Rahmen der Reihe „Kultur im Krankenhaus“ sein vielseitiges Repertoire im Städt. Krankenhaus Maria-Hilf. Dazu zählen vor allem die weltliche

Von Rossinis Tanz und Tributen an Gershwin

30. Oktober 2017

ContrabBandTrio am Samstag, 25. November 2017, 18 Uhr im Audienzsaal Schloss Neuhaus

Freundeskreis Mantua holt ContrabBandTrio aus Italien nach Paderborn – Karten ab sofort erhältlich

Kreis Paderborn. Sie verbinden in ihrer Musik Klassisches mit Populärem, Ethnisches mit Jazz und Latinomusik:

Broadway-Songs im Blauen Haus am Sauerland-Museum

30. Oktober 2017

Hochsauerlandkreis/Arnsberg. Zu einem Abend mit bekannten Musical-Melodien lädt das Sauerland-Museum am Freitag, 24. November 2017, 19.30 Uhr, ein. Ob „Westside Story“, „Kiss me, Kate“, „Jesus Christ Superstar“ oder „Das Phantom der Oper“, Musicals sind heute mehr denn je auf

Untergetaucht, um zu überleben

29. Oktober 2017

Gespräch mit der Holocaustüberlebenden Rozette Kats am Mittwoch, 08. November 2017 um 19 Uhr im Burgsaal der Wewelsburg

Kreis Paderborn. Die Niederländerin Rozette Kats, Jahrgang 1942, erfährt am Vorabend ihres sechsten Geburtstages, dass sie das Kind jüdischer Eltern ist, die