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Die Schnade zu Stadtberge – …

26. Juni 2016
Die Schnade zu Stadtberge – Marsbergs Fundstück des Monats beschäftigt sich mit alten Grenzverläufen Marsberg / Brilon. Grenzstreitigkeiten zu verhüten oder zu schlichten ist das lohnenswerte Ziel der Menschheit! – In den Ortschaften und Städten des Sauerlandes hat sich dieses Ziel mit den Schnade- und Grenzbegängen als Tradition teils bis heute gehalten. In Brilon, wo es am Montag im Rahmen des örtlichen Schützenfestes wieder soweit ist, kann man im Schnadebuch sogar bis auf das Jahr 1388 zurückschauen. Marsbergs Fundstück des Monats Juni 2016 beschäftigt sich mit der Schnade zu Stadtberge. Hierzu hat der Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ für das Museum „Haus Böttcher – Marsbergs Haus der Geschichte aus 1589“ in den letzten Tagen Urkunden aus dem Jahr 1915 zum Obermarsberger Grenzbegang erhalten. Weitere Aufzeichnungen zu Schnadegängen in früheren Jahrhunderten, die auch als kirchliche Flurumgehungen bezeichnet wurden oder von Jagd- und Flurschützen durchgeführt wurden, liegen dem Geschichtsverein vor. Sie wurden nun zum Fundstück des Monats prämiert. Christian Franz Paullini schreibt im Jahr 1686 in seinem „Chronicum der ur-alt und allererst in Sachsen wohlgestifteter Karolinischer Kirche zu Eresburg oder Stadtberge“ als Erster über die Marsberger Grenzbegänge mit den alten Flurbezeichnungen, die es teils bis heute gibt: „Die Schnade ist seit dem 30. August 1628 augenscheinlich also befunden worden.“ Er merkt an, dass dieser Brauch aber noch viel älter sei. Paullini weiter zur Schnade „vor Stadtberg zwischen Cölln und Paderborn“: „Erstlich ist dazu gekommen von Henke Wiesen die Schlucht genannt, und alda gesehen, da ein Schnadebaum, welcher mit einem X gezeichnet gewesen, verfallen, an dessen Platz ein anderer wieder zu verzeichnen befohlen worden, gleichwohl darunter und daneben hat sich einer gefunden, so mit einem X gezeichnet gewesen. Hernach ist an der Stopeke (Staupke) seitem ein Eichbaum gestanden.“ Ferner vermerkte Paullini in den Wiesen der „Staupke“ weitere Eichbäume mit einem doppelten „X“. Die Schnade zog weiter zum „Oisterholtz“ (Oesterholz), dort „wo das Gehölz zur linken Haud denen von Thulen zustände und in Paderbornsche Hoheit gelegen“ war. Dass die Markierung der Grenze an Hand der Ausweisung von „X“-Markierungen an Bäumen sehr schwierig war, stellte Paullini immer wieder fest. „Nach dem Oisterholtz ist man an eine Linde gekommen, wo verschiedene X gewesen waren, und weil die Linde unten etwas „fällig“ war, ist befohlen worden, eine neue Linde wieder dorthin zu setzen, die auch auf beiden Seiten mit einem X zu „bemerken“ ist.“ … „Die Bürger nahmen es mit der Grenze also sehr genau und machten lieber ein Malzeichen mehr als zu wenig.“ Die Markierungen der Grenze folgten den „Umhang herunter bis an die Steinbecke“ mit Schnadebäumen. „Ferner von der Steinbecke das andre Oisterholtz wieder hinan bis auf den Rummeken Padt (Pfad) gehend, nach der zur Rummekemühlen anzahl 15 Schnadebäume, so alle mit einem X bezeichnet gefunden.“ Die Schnadebäume wurden akribisch beschrieben und anzahlmäßig festgehalten. An der Rummeke standen „drei Eichbäume und ein Buchenschnadbaum“ sowie zwischen Rummeke und „Stein-Twiste an den Fußpfad“ 7 Schnadebäume (mit Pfadbaum 8 Stück). Die Schnade führte weiter zum „Hohenlau“ (Hohenloh). Paullini berichtet weiter von drei mächtigen Steinen, die als Grenze zwischen den „von Thulen und den Altenstättern (Niedermarsbergern)“ sowie denen „von Dalheim“ angesehen wurde. „Hier soll auch die Landgrenze zwischen Paderborn und Cölln sein.“ Von diesen drei Steinen und dem „gefallenen Schnadebaum“ ging die Schnade an „zwei großen Kuhlen“ und von da „auf einen geworfenen Graben zwischen dem Hohenlau (Hohenloh) und Meerhoven (Meerhof) und erstreckt sich nach dem Hettelholl.“ Von dort folgte der Weg entlang der „Assermark“ an „zwei Eichen“ an dem Felde über Oesdorf. Ein weiterer Eichbaum stand im „Bohnental“ vor dem Assergrund. Der Schnadetross zog dann hinunter bis auf den „Mühlenzein, so an der Dihmel (Diemel) gewachsen“. „Von da durch die Dihmel bis an den Huckestein, da Cölln und Paderborn ihre Grentzen endigen, und hingegen die zwischen Cölln und Waldeck angehen.“ Die Waldecker Schnade begann beim „Huckestein“ und führte über „Lütken Huckenholtz“, dem „faulen Born“, der „Wesbecke“, der „Humke“, der „allberen Holl“ bis an den „Hespringhauser Weg“. Ferner ging es über den Helmighäuser Weg zum „Harnsberg“. Dort soll ein „Waldecker Diener, Marcus genannt“ den Schnadebaum an der „Wandeliche zu Ricklinghusen abgehauen“ haben. „Dieser selbe Marcus wurde durch Bürgermeister und Rat zu Stadtberge eine geraume Zeit daselbst gefänglich gehalten“. Es wurde ihm der „Prozeß gemacht“. Vom „Harnsberg“ ging es zu den „Winterseiten“. „Hier haben auch die Waldeckischen denen von Stadtberge „hiebe vor einen Gefangenen nahmens Heinrich Huckentreiber aus dem Waldeckschen ins Stadtbergische Gefängnis geliefert.“ Der weitere Verlauf: Über die „Haspecke“, „Gerhenhöcke“, Eilhausen, der „grünen Wanne“, dem „Wenbusch“, dem „Helkenhäuser Land“, das der „Probstey“ zu Stadtberge gehörte; bis hin zum „Elias Böke Platz“, wo sich eine Grube befand. „Hieraus werden noch altes Buchenholz und Wurzeln hervorgebracht. Hierbei haben die Bürger zum Andenken verschiedene Steine geworfen. An diesem Ort und der dabei gelegenen Ländereien ging die Landschnade einen Pfad hinauf, durch eine Schlucht, die „grote Hennengrund“ genannt wurde, ins Cansteinsche.“ Die Cansteinsche Schnad wird gesondert beschrieben. Dieser Schnadeverlauf wurde im Wesentlichen bis in die Zeiten des I. Weltkrieges begangen. Danach schlief dieser Schnadegang ein und „neuzeitliche Grenzbegänge“ werden erst wieder seit jüngerer Zeit von verschiedenen Marsberger Ortschaften mit ihren „Grenzfreunden“ durchgeführt. Nähere Informationen zum Fundstück des Monats finden Sie unter: www.Marsberger-Geschichte.de Fotos im Anhang: 01 Die Obermarsberger feierten 1915 aufgrund des I. Weltkrieges an Stelle eines Schützenfestes ein Sommerfest mit einem dazugehörigen Grenzbegang, so die Urkunden. Das Foto zeigt die „Festgesellschaft“ vor den Toren Obermarsbergs. 02 Im „Wäschen“ von Obermarsberg – Das Schützenfest im Jahr 1910 mit der Festgesellschaft und der Musik. Auch für dieses Jahr ist ein Grenzbegang belegt. 03 Das Foto ist vom Obermarsberger Grenzbegang und anschließendem Fest aus dem Jahr 1911. 04 Die Festgesellschaft des „Obermarsberger Grenzbegangs“ aus dem Jahr 1914. 05 Das Foto zeigt eine Niedermarsberger Jagdgesellschaft nach einer erfolgreichen Treibjagd. Die Aufnahme entstand um das Jahr 1900. Ursprünglich wurden Schnadegänge auch von Jägern und Flurschützen durchgeführt. #Marsberg #Brilon #Schnade #Stadtberge #FundstueckdesMonats #MarsbergsFundstueckdesMonats #Grenze #Grenzen #Grenzverlaeufe #Grenzstreitigkeiten #Sauerland #Schnadegang #Grenzbegang #Schuetzenfest #Schnadebuch #1388 #Heimatverein #Geschichtsverein #MarsbergerGeschichten #Museum #MuseumHausBoettcher #HausBoettcher #Obermarsberg #ObermarsbergerGrenzbegang #Schnadegaenge #Flurumgehungen #Jagdschuetze #Flurschuetze #Paullini #ChristianFranzPaullini #1686 #Eresburg #MarsbergerGrenzbegaenge #Koeln #Paderborn #Henke #Schnadebaum #Staubke #Staupke #Oesterholz #Thuelen #vonThuelen #vonThulen #Steinbecke #Rummeke #RummekePfad #Rummekemuehle #Twiste #SteinTwiste #Hohenloh #Niedermarsberg #Altenstadt #Dalheim #Meerhof #Hettelholl #Assermark #Oesdorf #Bohnental #Assergrund #Schnadetross #Muehlenzein #Diemel #Huckestein #Waldeck #WaldeckerSchnade #Luetken #Born #Wesbecke #Humke #Hesperinghausen #Helmighausen #Harnsberg #Ricklinghausen #Winterseiten #HeinrichHuckentreiber #Haspecke #Gerhenhoecke #Eilhausen #GrueneWanne #Wenbusch #HelkenhaeuserLand #Propstei #EliasBoeke #Landschnade #Hennengrund #Canstein #Schnadeverlauf #Grenzfreunde #Sommerfest #UnserMarsberg #Waeschen #Weschen #Festgesellschaft #Jagdgesellschaft #Jaeger #Treibjagd #Flurschuetze #UnserMarsberg
Die Wassermühlen in Marsberg – …

21. Mai 2016
Die Wassermühlen in Marsberg – Müllersfamilien Bunse, Ising und Mühlenbein im Radio Bredelar / Niedermarsberg. Einst klapperten die Mühlen am rauschenden Bach… Auch im Marsberger Stadtgebiet wurden bis in die 1960er Jahre hinein zahlreiche Wassermühlen an der Diemel, Glinde, Rummeke, Hoppecke und Orpe betrieben. Dann trat allgemein das große Mühlensterben ein. Lediglich der Name „Mühlenstraße“ erinnert in Niedermarsberg noch heutzutage an die glanzvollen Zeiten der meist mit Wasserkraft bespeisten Anlagen. Der Pfingstmontag ist der „Deutsche Mühlentag“. Im Nachgang hierzu präsentiert die Hochsauerlandwelle in der Radio-Reihe „Hiegemann unterwegs…“ in Zusammenarbeit mit dem Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ am Sonntag, dem 22.05.2016 von 19 bis 21 Uhr eine zweistündige Radiosendung zu den Wassermühlen im Raum Marsberg auf Radio Sauerland. Moderator Markus Hiegemann interviewt in der Bredelarer Klostermühle der Familie Mühlenbein: Alfons und Josef Bunse, Erika und Hubertus Ising sowie Heinrich Mühlenbein. Diese drei alteingesessenen Marsberger Familien sind teils über Jahrhunderte im Marsberger Stadtgebiet als Müller nachweisbar. Während der Sendung werden natürlich die verschiedensten Arten von Mühlen und Turbinen als Gipspoche, Korn-, Säge-, Stein-, Öl-, Walke- bzw. Lohmühle sowie deren Antriebsarten durchleuchtet. Eine noch heute voll ausgestattete Mühle ist die Klostermühle in Bredelar, die vom Besitzer Heinrich Mühlenbein während der Sendung mit all ihren einzelnen Mahlgängen ausgiebig vorgestellt wird. Angesprochen werden auch geschichtliche Hintergründe zur Klostermühle in Bredelar, Wasserrechte oder Wissenswertes zu den Zuläufen und dem Klosterteich. In Niedermarsberg waren die „Ising-Mühle“ und die „Bunse-Mühle“ Bestandteile der ehemaligen „Mühlenstraße“ an der Glinde. Die Ising-Mühle wurde später in die „Masch“ verlegt. Die „Bunse-Mühle“ war die größte Mühle im Stadtgebiet. Josef Bunse arbeitete als junger Mensch noch im elterlichen Betrieb und kann die eine oder andere Begebenheit, die Arbeitsprozesse, die Funktionen und die Bedeutung der Mühle erläutern sowie Anekdoten hierzu von anno dazumal zusammen mit seinem Bruder Alfons Bunse zum Besten geben. Die zweistündige Radiosendung am Sonntag von 19 bis 21 Uhr im Bürgerfunk von Radio Sauerland ist in Marsberg und Umgebung über die UKW-Antennen-Frequenzen 94,8, 96,2 oder 106,5 MhZ bzw. über die Kabel-Frequenz 107,4 MhZ zu hören. Alternativ und weltweit kann sie über das Webradio von www.RadioSauerland.de mitverfolgt werden. Weitere Sendungen und Ankündigungen finden Sie immer im Radio- und Veranstaltungskalender unter: www.Marsberger-Geschichte.de Foto im Anhang: 01 Josef Bunse, Markus Hiegemann, Erika Ising, Alfons Bunse, Heinrich Mühlenbein und Hubertus Ising während den Vorbesprechungen zur Sendung in Bredelar vor dem Gebäude der Klostermühle. Alle anderen Bilder sind in der Bredelarer Klostermühle erstellt worden. #Marsberg #Bredelar #Niedermarsberg #Wassermuehlen #Muellersfamilien #Bunse #Ising #Muehlenbein #Radio #Diemel #Glinde #Rummeke #Hoppecke #Orpe #Muehlensterben #Muehlenstrasse #Wasserkraft #Pfingstmontag #DeutscherMuehlentag #Hochsauerlandwelle #Hiegemannunterwegs #MarsbergerGeschichten #Radiosendung #RadioSauerland #MarkusHiegemann #KlostermuehleBredelar #Klostermuehle #BredelarerKlostermuehle #Mueller #Turbinen #HeinrichMuehlenbein #Wasserrechte #Klosterteich #IsingMuehle #BunseMuehle #Masch #JosefBunse #AlfonsBunse #ErikaIsing #HubertusIsing #Buergerfunk #UnserMarsberg