samt seiner Umgebung
Essenthoer Kupferbergbau …

29. Juli 2017
Essenthoer Kupferbergbau Über 300 Jahre alte Urkunden sind das Fundstück des Monats Juli Essentho / Marsberg. Nicht nur in Marsberg, sondern auch an zahlreichen Orten in der näheren Umgebung sind wiederholt und zu verschiedenen Zeiten bergmännische Arbeiten auf Kupfererze unternommen worden, u. a. bei Borlinghausen, Westheim, Dalheim, Scherfede, Bleiwäsche und vor allem bei Essentho. Man kam jedoch bei den genannten Orten mit den bergbaulichen Arbeiten über mehr oder weniger ausgedehnte Schürfarbeiten kaum hinaus. Marsbergs Fundstück des Monats Juli 2017 belegt, dass bei Essentho längere Zeit größere Mengen an Kupfererzen gewonnen werden konnten. Die rund 300 Jahre alten Urkunden sind im Besitz des Marsberger Geschichts- und Heimatvereins „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ und befinden sich im Museum „Haus Böttcher – Marsbergs Haus der Geschichte aus 1589“. Sie wurden nun zum Fundstück des Monats prämiert. Die Veranlassung zu diesem Bergbau gaben die dort verbreiteten Ablagerungen des Zechsteins, dessen Schichten als wichtige kupfer- und silberhaltige Gesteine bekannt sind. Diese Kupferlagerstätten bei Essentho, am „Hohe Loh“ – nordwestlich von Marsberg, sind mehrere Jahrzehnte lang Gegenstand zahlreicher bergbaulicher Unternehmungen ab 1712 gewesen. In diesem Jahr schürfte Ludwig Wegener aus Fürstenberg, der im damaligen Herzogtum Westfalen verschiedene Bergwerke, Hütten und Hämmer betrieb, mit einer Anzahl „Interessenten“ bei Essentho die ersten Kupfererze. Es gelang ihm auch, den „Geheimen Rath Ernst Konstantin von der Asseburg“ für das neue Unternehmen zu gewinnen. Letzterer suchte bei dem damaligen „Bundesherrn“, Fürstbischof Franz Arnold von Paderborn um die Erlaubnis, am „Hohe Loh unweit Essentho und in der Umgegend, Bergarbeiten nach seinem Gutdünken vorzunehmen.“ Der von dem Gewerken Wegener angefangene und betriebene Bergbau auf Kupfer gab Veranlassung, dass auch andere „Bergbaulustige“ ihr Glück versuchten und bei Essentho nach Kupfer schürften. 1723 war es die Familie von Plettenberg, 1729 war es eine Anzahl Bergleute aus Oesdorf, die den Bergbau auf Kupfer betrieben. Später übernahm die Gewerkschaft „Elling und Komp.“ den Betrieb, der auch ein gewisser Erfolg beschrieben war. Sogar die Hofkammer des Fürstbischofs in Paderborn machte im Jahr 1726 einen Versuch auf Rechnung des Fiskus ein Kupferbergwerk bei Essentho zu eröffnen. Es scheint, dass die gewonnenen Kupfererze niemals bei Essentho verschmolzen worden sind. Die Kupfererze wurden vielmehr nach Marsberg gebracht, wo seit uralten Zeiten Kupferverhüttung stattfand. In Marsberg wurden die Essenthoer Kupfererze auf gepachteten „Hulden“ geschmolzen. Die „Huldenpacht“ betrug für jeden Tag, an dem geschmolzen wurde, zwölf Groschen. Die Anlage einer eigenen Schmelzhütte in Essentho hätte sich bei der geringen Ausbeute der betriebenen Gruben nicht gelohnt. Das kurkölnische Bergamt in Brilon verlangte im Jahr 1715 von den aus den Essenthoer Gruben nach Marsberg verfahrenen Erzen den halben Zehnten, weil Essentho, wie der ganze Kreis Büren zum Hochstift Paderborn gehörte. Das Bergamt scheint aber mit seiner Forderung nicht durchgedrungen zu sein. Die Essenthoer Gewerke hatten seit 1716 ohne Einspruch der Bergbehörde ihre Erze in Marsberg verhüttet. Die Akten der Hofkammer des Paderborner Fürstbischofs geben noch den Ertrag des Essenthoer Kupferbergbaus der Gewerken Wegener und den damaligen Preis des Kupfers an. Im Jahre 1713 und 1714 betrug die Kupfermenge 15 Zentner 21 Pfund, der Preis pro Zentner 27 Taler, der Gesamtwert 410 Taler 9 Groschen. Im Jahr 1717 20 Zentner 82 Pfund, der Preis pro Zentner 29 Taler, der Gesamtwert 602 Taler. Im Jahr 1725 78 Zentner, der Preis 27 Taler, der Gesamtwert 2.107 Taler. Im Jahr 1729 4 Zentner, der Preis 28 Taler, der Gesamtwert 114 Taler. Nach und nach sah man ein, dass der Essenthoer Bergbau sich nicht rentierte. Von 1713 bis 1729 gingen 14.167 Taler 27 Groschen für verkauftes Kupfer ein, während 14.959 Taler 19 Groschen verausgabt wurden. Deshalb wurde 1729 der Betrieb eingestellt. Später wurde noch wiederholt der Versuch gemacht, den Bergbau bei Essentho wieder aufleben zu lassen, aber jedes Mal ohne dauernden Erfolg. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurden die auf den Halden des „verlassenen alten“ Kupferbergwerkes bei Essentho liegenden „sehr eisenschüssigen Berge“ auf der Marsberger Hütte beim Kupferschmelzen zugesetzt und dafür von der hiesigen Gewerkschaft ein jährliches „Rezeßgeld“ von 2 Talern an die fürstbischöfliche Regierung in Paderborn entrichtet. In späteren Urkunden heißt es: „Sie transiit gloria in Essentho. – So verging die Kupferglorie in Essentho. Aber wer weiß, - ob nicht der Kupferbergbau in Essentho einmal wieder auflebt? Wurde ja auch in Marsberg, wo seit dem 10. Jahrhundert der Bergbau auf Kupfer betrieben wurde, der Betrieb wiederholt stillgelegt. Im 18. Jahrhundert stockte so mehr oder weniger das ganze Geschäft der Kupferhütte; erst im Jahre 1818 nahm die preußische Regierung, die seit 1816 an die Stelle der hessischen getreten war, den Betrieb des Bergbaues und die Kupferfabrikation wieder auf…“ Nähere Informationen zum Fundstück des Monats finden Sie unter: www.Marsberger-Geschichte.de Fotos im Anhang: 01 Das Foto zeigt die Stadtberger Bergleute im Obermarsberger Kohlhagen in den 1890er Jahren. Ganz links ist in Uniform der Obersteiger Josef Prior aus Obermarsberg zu sehen. 02 Diese Ansichtskarte aus den 1890er Jahren zeigt oben eine Totalansicht von Essentho bei Niedermarsberg. Außerdem sind verschiedenste Gebäude des Ortes, wie z. B. das Forsthaus, die Schule und die Kapelle abgebildet. 03 Eine Aktie der Stadtberger Hütte – Sie wurde am 01. November 1872 herausgegeben und hatte einen Nennwert von „200 Thaler Preuss. Court. = 600 Mark Deutsche Reichswährung“. Unterzeichnet wurde die im Nachhinein mit Liquidationsstempeln versehene Aktie von Dr. Rentzing. 04 Dieser Blick auf Essentho entstand um das Jahr 1960. #Marsberg #Essentho #Kupfer #Bergbau #Kupferbergbau #Essenthoer #Urkunden #Fundstueck #FundstueckdesMonats #MarsbergsFundstueckdesMonats #Juli2017 #Bergmann #Kupfererze #Borlinghausen #Westheim #Dalheim #Scherfede #Bleiwäsche #Schuerfarbeiten #Geschichtsverein #Heimatverein #MarsbergerGeschichte #MarsbergerGeschichten #Museum #HausBoettcher #MuseumHausBoettcher #HausderGeschichte #MarsbergsHausderGeschichte #Kupferlagerstaette #HoheLoh #1712 #LudwigWegener #Fuerstenberg #Westfalen #Herzogtum #Bergwerke #Huetten #Haemmer #ErnstKonstantinvonderAsseburg #Fuerstbischof #FranzArnoldvonPaderborn #Gewerke #1723 #vonPlettenberg #1729 #Oesdorf #Bergleute #Gewerkschaft #Elling #Hofkammer #Paderborn #1726 #Kupferbergwerk #Kupferverhuettung #Hulden #Pacht #Huldenpacht #Schmelzhuette #Ausbeute #Gruben #Bergamt #Kurkoeln #1715 #Gruben #KreisBueren #Hochstift #Bergbehoerde #Halden #Rezessgeld #Niedermarsberg #Forsthaus #Schule #Kapelle #Stadtberge #Bergleute #Obermarsberg #Kohlhagen #Obersteiger #JosefPrior #Aktie #StadtbergerHuette #DrRentzing #Rentzing #UnserMarsberg
„König Fußball“ regierte die Partnerschaft …

13. Mai 2017
„König Fußball“ regierte die Partnerschaft mit Lillers Jürgen Kuttig spricht über die sportliche Verbindung Marsberg. „Fußball ist unser Leben…!“ – Ob in Deutschland oder Frankreich. Der Nationalsport „Nummer 1“ war in den vergangenen fünf Jahrzehnten immer eine starke Säule innerhalb der Städtepartnerschaft Marsbergs mit Lillers. Nun dauert es nicht mehr lange. Das goldene Städtejubiläum der beiden Partnerstädte steht vor der Tür und wird an Pfingsten groß gefeiert. In der exklusiven Zeitungsserie der Deutsch-Französischen Gesprächsrunde Marsberg (DFG Marsberg) und des Sauerlandkuriers auf dem Weg zu den 50-jährigen Jubiläumsfeierlichkeiten der Marsberger und Lillerois steht heute der 71-jährige Jürgen Kuttig innerhalb eines Interviews Rede und Antwort. Er selber war seit 1972 aktiver Spieler des VfB Marsberg, später im Jugendvorstand Vorsitzender und Betreuer. Seit Anfang der 1980er Jahre koordiniert er an vielen Stellen die Austausche mit den französischen Fußballern und bringt sich bis heute als Mitglied der DFG Marsberg im Zusammenspiel auf deutscher und französischer Seite regelrecht sportlich ein. Fußball – ein Sport, der schon sehr früh – also in jungen Jahren – Kontakte mit den Lillerois ermöglicht… Andreas Karl Böttcher (DFG Marsberg – Ansprechpartner Öffentlichkeitsarbeit „50 Jahre – Marsberg-Lillers“) Herr Kuttig, wie kam es zu den Beziehungen des VfB Marsberg mit den Fußballern rund um Lillers? Berichten Sie uns einmal über die Anfänge bzw. aus der Chronik… Im Jahr 1969 – also 2 Jahre – nach der Partnerschaftsvertragsunterzeichnung von Marsberg und Lillers fand am 30. und 31. August 1969 in unserer Stadt ein deutsch-französisches Musikfest unter Mitwirkung der Musiker aus Lillers statt. Eine Fußballmannschaft aus Lillers begleitete die Musiker. Seitdem ist in den sportlichen Verbindungen der Partnerstädte auch Musik drin. Damals begegneten sich am Samstag, dem 30. August 1969 die 1. Mannschaften vom AS Lillers und unseres VfB Marsberg und unterstrichen die Wichtigkeit eines „fairen Kräftemessens bzw. Wettkampfes und eines freundlichen Aufeinandertreffens“ nach den schrecklichen Weltkriegen. Das Interesse war riesig. Unter der Regie unseres VfB-Vorsitzenden Reinhard Bickmann organisierte unser Verein ein Freundschaftsspiel. Eine große Anzahl an Zuschauern hatte sich auf unserem Sportgelände eingefunden. Die Mannschaften wurden von Niedermarsbergs Bürgermeister Willi Ising, dem Vorstandsmitglied Josef Bunse und Bürgermeister Vincent aus Lillers begrüßt. Der Musikverein ließ vor dem Spiel die beiden Nationalhymnen erklingen. Die sportliche Partie ging leistungsgerecht mit 2:2 zu Ende. Mit dem Versprechen, den Besuch der Franzosen im nächsten Jahr zu erwidern, wurden die französischen Spieler in ihre Heimat verabschiedet. Daraufhin fuhr eine 45-köpfige Delegation des VfB Marsberg samt Bürgermeister vom 12. bis 15.06.1970 nach Lillers. Die Jugendmannschaften der Partnerstädte spielten 1:1 und unsere 1. Mannschaft des VfB gewann damals ihre Begegnung mit 4:3. Das war praktisch der Startschuss zu den bis heute 24 fußballerischen Begegnungen mit den Lillerois. Die Lillerois wollten nach der Heimniederlage schließlich immer wieder eine sportliche Chance auf eine Revanche bekommen. (Jürgen Kuttig lacht.) Wie muss man sich diese Begegnungen vorstellen? Gibt es auch Anekdoten oder besondere Erinnerungen? Neben Freundschaftsspielen gab es auch kleinere Turniere mit weiteren örtlichen Vereinigungen. Anfangs spielten die Seniorenmannschaften gegeneinander. Wir merkten aber schnell, dass die Jugend von einer aktiven Partnerschaft und dem Austausch am Meisten profitiert, sodass fortan immer auch Jugendliche in den Genuss der Begegnungen mit französischen Gleichaltrigen aus Lillers und des US Gonnehem kamen und davon profitierten. Sie lernten in den Gastfamilien hüben wie drüben regelrecht Land, Leute, einfach das Leben und eine besondere Gastfreundschaft kennen. Eine besondere Aktion war das Fußballspiel unter erschwerten Bedingungen im Rahmen der Erinnerungen an den Ausbruch des I. Weltkrieges vor 100 Jahren. Es sollte an die damalige Einfachheit des Sports und die Armut der Familien erinnern, die trotz Krieg trotzdem Sport machen wollten. Die jugendlichen Fußballer spielten in kurzen Sequenzen somit 2014 barfuß bzw. mit Gummistiefeln, um zu erkennen wie schwierig es war, ohne richtiges Schuhwerk zu spielen. Ein spaßiger, aber nachdenklicher Fußballnachmittag! Als Anekdote fällt mir die Begegnung an Ostern 1986 ein… Unsere A-Jugend spielte an einem internationalen Turnier in Lillers gegen Mannschaften aus ausschließlich höheren Ligen. Kein Spiel konnte logischerweise gewonnen werden – Kein Siegerpodest und nur 2 Tore waren die Ausbeute. Alle Spieler waren sehr enttäuscht. Einen Tag später fand noch ein Freundschaftsspiel gegen Lillers statt. Nach dem Schlusspfiff überreichte der Vorsitzende vom AS Lillers unserem Spielführer spontan einen Pokal mit folgender Widmung: „Fairste Mannschaft des internationalen Turniers… – A-Jugend VfB Marsberg“! Das ist wahre französische Gastfreundschaft, die mit einem gemeinsamen Abend und frz. Wein – natürlich aus dem Pokal – besiegelt wurde. - Wir vom VfB Marsberg werden auch in Zukunft unseren Beitrag leisten, um die Städtepartnerschaft mit Leben zu füllen. - Fotos im Anhang: 01 Freundschaftsspiel zwischen dem VfB Marsberg und dem AS Lillers am 30.08.1969 in Marsberg – Die erste fußballerische Zusammenkunft von Marsbergern und Lillerois zeigt die beiden 1. Seniorenmannschaften. Die Marsberger Elf stehend von links nach rechts (helles Trikot): Tuschen, Wiegers, Meiswinkel H., Hengsbach, Kleinebrahm, Hammerschmidt, Mönninghoff W., Meiswinkel W., Flöter, Kupitz, Spieker und Mönninghoff F.. Foto: Jürgen Kuttig. 02 Einige Mitglieder des VfB Marsberg bummeln mit ihren Partnerinnen durch die Innenstadt von Lillers, 1970. Foto: Jürgen Kuttig. 03 Vor dem Freundschaftsspiel des Weltkriegsprojektes auf dem Marsberger Sportplatz im Jahr 2014 – Die Jugendlichen des VfB Marsberg spielten gegen US Gonnehem. Foto: Jürgen Kuttig. #Marsberg #Lillers #50Jahre #Staedtepartnerschaft #Jubilaeum #GoldeneHochzeit #Partner #Staedtepartner #Partnerschaft #Fussball #KoenigFussball #Marsberger #Lillerois #JuergenKuttig #Sport #Deutschland #Frankreich #Nationalsport #Staedtejubilaeum #Partnerstaedte #Pfingsten2017 #Zeitungsserie #Sauerlandkurier #DFG #DFGMarsberg #DeutschFranzoesischeGespraechsrunde #Feierlichkeiten #Interview #Spieler #VfB #VfBMarsberg #Jugendvorstand #Vorsitzender #Betreuer #Austausch #Fussballer #AndreasKarlBoettcher #Ansprechpartner #Oeffentlichkeitsarbeit #1967 #2017 #Beziehungen #Chronik #1969 #Musikfest #Musiker #Fussballmannschaft #Musik #Mannschaft #Mannschaften #ASLillers #VfBVorsitzender #ReinhardBickmann #Freundschaftsspiel #Zuschauer #Sportgelaende #Niedermarsberg #Buergermeister #WilliIsing #Vorstandsmitglied #JosefBunse #Vincent #Musikverein #Spiel #Nationalhymne #Partie #Jugendmannschaften #Begegnungen #Begegnung #Heimniederlage #Revanche #Anekdoten #Erinnerungen #Turnier #Seniorenmannschaft #Jugend #Jugendliche #Gonnehem #USGonnehem #Gastfamilien #Gastfreundschaft #Aktion #Fussballspiel #Weltkrieg #Krieg #Schuhwerk #Ostern1986 #AJugend #InternationalesTurnier #Ligen #Liga #Spiel #Siegerpodest #Ausbeute #Tore #Tor #Schlusspfiff #Spielfuehrer #Pokal #Widmung #MarsbergerElf #Trikot #Tuschen #Wiegers #Meiswinkel #Hengsbach #Kleinebrahm #Hammerschmidt #Mönninghoff #Floeter #Kupitz #Spieker #Innenstadt #Weltkriegsprojekt #Sportplatz #MarsbergerSportplatz #UnserMarsberg